ICL . f .
NImiæ
Impudentiæ
est
,
negare
animas
in
terdum
ad
nos
redire
,
Deo
jubente
vel
permittente
,
habemus
enim
Testimonium
gravissimorum
Authorum
.
lib
.
de
cura
pro
Mort
.
Pag
.
15
.
Es
spricht
vnser
H
.
Vatter
Augusti
nus
:
Daß
Jemand
sehr
frech
vnd
vnver
schambt
seye
/
der
da
laugnen
darff
/
daß
biß
weilen
die
Seel
durch
Befehl
oder
Zulas
sung
GOttes
wiederumb
zu
vns
kommen
/
vnd
vns
erscheinen
können
/
zumahlen
sol
A 3
ches
ches
von
den
bewehrtisten
Lehrern
bestät
tiget
wird
.
ES
ist
zwar
nicht
ohne
/
daß
bey
der
gleichen
Erscheinungen
gar
offt
vil
Betrug
vnderlauffe
/
entweders
durch
den
bösen
Feind
/
welcher
den
Tück
vnd
Arg
list
/
womit
er
Anfangs
die
Eva
übervorthelt
/
noch
immerfort
bey
den
vnbehutsamen
A
dams=Kindern
spühren
läst
/
oder
aber
durch
schlimme
vnd
vermessene
Leuthe
/
welche
un
der
dem
Schein
der
Erscheinungen
nicht
sel
ten
einige
Boßheit
suchen
oder
vermäntlen
/
so
geschicht
auch
offt
/
daß
vnser
einbilderische
Phantasey
/
oder
schwache
vnd
verwirrte
Sin
ne
/
bißweilen
seine
Geist=Erscheinungen
von
freyen
Stucken
ihnen
selbsten
schnitzlen
;
Der
gleichen
geschicht
in
einer
solchen
Menge
/
daß
man
gantze
Bücher
könte
damit
anfüllen
:
Es
hat
vnlängst
ein
solcher
eingebildeter
Geist
etliche
Leuth
auß
der
Stuben
dergestalten
hin
auß
gejagt
/
daß
einer
über
den
andern
trippel
weiß
über
die
Stiegen
hinunder
gefallen
/
vnd
als
man
hernach
die
Sach
weiters
erwegt
/
vnd
besser
nachgesucht
/
so
war
der
Geist
nichts
anders
/
als
ein
gebratner
Apffel
in
dem
Ofen=
Rohr
/
so
wegen
der
Hitz
angefangen
zu
seuff
tzen
vnd
zu
pfeiffen
.
Ohnangesehen
/
vieler
solcher
Käyser
Ferdinandus
seeligister
Gedächt
nus
/
hatte
stäts
bey
sich
/
vnd
vmb
sich
einen
ge
heimen
Secretari
,
deme
seine
Majestät
als
einem
allertreuesten
Diener
alles
anvertrauet
/
nachdeme
solcher
auch
die
Schuld
der
Natur
bezahlet
/
vnd
durch
den
zeitlichen
Hintritt
in
die
Ewigkeit
passiret
/
ist
er
nicht
lang
hernach
dem
Käyser
/
als
seinem
zuvor
allergnädigisten
Herrn
gantz
sichtbarlich
erschinen
/
welchen
dann
der
fromme
Käyser
mit
vnerschrockenem
Gemüth
angeredet
/
vnd
vmb
die
Ursach
seiner
Ankunfft
auß
jener
Welt
befragt
/
weil
aber
hierüber
keine
Antwort
erfolget
/
sondern
an
statt
deß
der
Geist
Jhro
Mayestät
seine
Hand
dargereicht
/
welche
der
vnerschrockene
Mo
narch
auch
nit
gewaigert
/
aber
wegen
übermäs
sigen
Hitze
seine
Hand
alsobald
muste
zuruck
ziehen
/
worauff
auch
der
Geist
verschwunden
/
vnd
nicht
mehr
nachmahls
erschinen
/
weil
der
mildhertzigste
Käyser
sehr
vil
H
.
Messen
für
ihn
hat
lesen
lassen
.
Jan
.
Nic
.
Ex
.
154
.
Nachdeme
der
H
.
Elisabeth
einer
Köni
glichen
Tochter
in
Ungarn
/
ihre
Frau
Mutter
mit
Todt
abgangen
/
ist
sie
einsmahlen
bey
der
Nacht
besagter
ihrer
Tochter
in
schwartzem
Auffzug
/
vnd
betrübtem
Angesicht
erschinen
/
sich
zu
dero
Füssen
geworffen
/
liebste
Tochter
sprach
sie
/
seufftzte
sie
:
Jch
beschwöre
dich
/
daß
du
mit
deiner
betrangten
Mutter
wollest
ein
Mitleyden
tragen
/
dann
ich
leyde
vnermeßliche
Qualen
vnd
Tormenten
in
dem
Feegfeuer
/
dieweil
ich
etlichmal
lau
vnd
nachlässig
gewe
sen
in
dem
Dienst
GOttes
.
O
Tochter
!
O
Tochter
!
ich
klopffe
mehrmal
an
die
Porten
deiner
Barmhertzigkeit
/
ich
bitt
/
ich
bitt
/
ich
bitt
/
rc.
Wie
nun
die
H
.
Elisabeth
hierüber
sich
zu
dem
Gebett
begeben
/
vnd
mit
vilen
vn
dermengten
Zähren
/
mit
tieffen
Hertzens=
Seufftzern
die
Göttliche
Milde
vmb
Erlösung
ihrer
Frau
Mutter
ersucht
/
ist
sie
nicht
lang
hernach
in
ein
sanfftes
Schläffel
gerathen
/
wo
rinn
sie
gesehen
/
daß
ihr
liebste
Mutter
/
ver
mög
ihres
Gebetts
/
gantz
frohlockend
auß
sol
chem
feurigen
Kercker
in
die
ewige
Seeligkeit
übertragen
worden
.
Jacob
.
Mont
.
in
vit
.
c
.
23
.
Unzahlbare
solcher
Erscheinungen
findet
man
schier
in
allen
Büchern
/
ja
es
streicht
mehrmahl
nicht
ein
Jahr
vorbey
/
in
welchem
nicht
da
vnd
dort
dergleichen
Begebenheiten
sich
Wann
erstlich
die
Person
/
so
dergleichen
Erscheinung
vorgibt
/
einen
frommen
vnd
vn
sträfflichen
Wandel
führet
/
so
muß
man
doch
dero
Erzehlungen
ein
willkühriges
Ohr
vergön
nen
/
vnd
ihre
Wort
nicht
gleich
in
Wind
schla
gen
.
Wann
nachmahls
ein
solche
Person
hier
durch
kein
Interesse
,
oder
zeitlichen
Gewinn
suchet
;
Dann
gar
offt
ein
gemeine
Dienst=
Magd
mit
solchen
Erscheinungen
auffziecht
/
dadurch
bey
ihrer
Herrschafft
besser
in
Gnaden
zu
kommen
/
vnd
folgends
mehrer
belohnt
zu
werden
.
Wann
das
Begehren
deß
Geistes
in
billi
chen
Sachen
bestehet
/
vnd
nicht
einige
Andach
ten
vndermischt
/
worinnen
vil
Aberglauben
sich
anhencken
/
wie
nicht
vnlängst
ein
Geist
soll
be
gehret
haben
/
man
solle
seinetwegen
/
biß
nacher
Alten=Oetting
wallfahrten
gehen
/
aber
mit
sol
chen
Schuhen
/
mit
denen
man
niemahl
über
ein
Freydhoff
/
oder
Gottsacker
gangen
.
Wann
der
Geist
erscheinet
in
Menschli
cher
Gestalt
/
vnd
nicht
in
Gestalt
der
wilden
A 5
Thier/
Wann
der
Geist
kein
Scheühen
tragt
ob
dem
H
.
Creutz=Zeichen
/
an
dem
süssesten
Na
men
JESU
vnd
Maria
/
H
.
Reliquien
/
Weyhwasser
/
Agnus
Dei
&c
.
Wann
der
Geist
zu
frieden
ist
mit
deme
/
was
er
Anfangs
begehrt
/
vnd
allbereit
für
ihn
schon
verricht
worden
/
dann
so
fern
er
nach
Ab
stattung
der
verlangten
guten
Wercke
noch
fer
nere
Ungelegenheit
im
Hauß
/
vnd
der
Person
machet
/
kan
dißfalls
gar
leicht
ein
Betrug
vnd
Falschheit
deß
bösen
Feindes
/
oder
auch
der
Person
vermuthet
werden
.
Wann
endlich
die
Erscheinung
deß
Gei
stes
anfangs
einen
Schrecken
verursachet
/
vnd
sich
die
Natur
darob
erstlich
entsetzt
/
nachge
hends
aber
ein
sonder
Hertzens=Trost
entsteht
/
so
scheint
es
ein
gewisses
Kennzeichen
eines
gu
ten
Geists
/
der
da
Hülff
sucht
zu
seiner
Erlö
sung
:
soll
aber
der
Geist
zu
Anfang
das
Gemüt
mit
Trost
erfüllen
/
zuletzt
aber
Angst
/
Forcht
/
vnd
allerley
Entrüstungen
verursachen
/
so
kan
man
gar
leicht
abnehmen
/
dises
sey
ein
böser
Geist
/
vnd
zwar
nicht
allemahl
ein
verdammte
Seel
/
sondern
meistens
der
böse
Feind
/
vnd
Sa
than
than
selbst
/
welcher
vil
Oerther
solcher
gestalt
auß
Göttlicher
Verhängnus
pflegt
zu
beun
ruhigen
.
Rathsam
vnd
heylsam
ist
es
/
so
offt
man
nächtlicher
Weil
ein
vnnatürlich
Getöß
oder
Klopffen
spühren
thut
/
wie
ich
es
selbst
erfah
ren
/
da
in
Gegenwart
meiner
vnd
eins
andern
Gespan
/
ein
vnsichtbare
Hand
alle
grosse
ey
serne
Leuchter
zur
Metten=Zeit
/
in
dem
Chor
ordentlich
an
ihr
Ort
gestellet
/
rc.
Gut
ist
es
/
daß
man
bey
dergleichen
Zufällen
ohne
weitern
Verzug
das
H
.
Gebett
ergreifft
/
vnd
solches
GOtt
dem
Allmächtigen
auffopffert
für
jene
Seel
/
so
da
auß
Zulassung
GOttes
auff
solche
Weiß
Hülff
verlangt
/
wie
dann
wir
auch
ge
than
vor
den
Pater
/
so
deß
vorigen
Tags
mit
Todt
abgangen
.
Gleichwie
auch
in
der
Charwochen
nach
Außlöschung
der
Kertzen
auff
dem
dreyeckigten
Leuchter
/
pflegt
ein
Getöß
vnd
schlagen
zu
ge
schehen
/
worvon
die
Metten
den
Nahmen
schöpffet
die
Pumper=Metten
/
also
geschichts
mehrmahlen
/
wann
vnser
Freunde
vnd
Anver
wandten
mit
Todt
abgehen
/
vnd
gleichsamb
wie
die
Kertzen
außlöschen
/
daß
nachmahls
im
Hauß
ein
Tumult
zuweilen
gespühret
wird
/
welches
meistens
dahin
deutet
/
daß
wir
ihnen
in
jener
Welt
sollen
ein
Hülff
leisten
.
HIc
ignis
,
&
si
non
sit
æternus
,
miro
tamen
modo
gravis
est
,
superat
enim
omnem
pœnam
,
quam
homo
unquam
passus
est
in
hac
vita
,
vel
pati
potest
.
Es
spricht
der
Heil
.
Vatter
Augu
stinus
,
daß
jenes
Feuer
/
ob
es
schon
nicht
ewig
/
doch
auff
ein
wunderliche
Weiß
schwär
sey
/
ja
es
übertreffe
alle
Pein
vnd
Marter
/
die
ein
Mensch
auff
der
Welt
einmahl
gelitten
hat
/
oder
leyden
kan
.
S
.
P
.
Augustinus
serm
.
de
igne
Pur
gatorii
.
NAchdeme
Jonas
seine
Buß=Pre
digt
zu
Ninive
vollendet
/
begab
er
sich
auß
der
Stadt
hinauß
/
vnd
setzte
sich
vnweit
derselben
auff
einen
Hügel
/
den
Außgang
zu
erwarten
/
was
doch
der
Stadt
möchte
widerfahren
/
machte
ihm
auch
anbey
ein
kleine
Lauber=Hütten
/
damit
ihme
die
Son
nen=Hitze
nicht
so
hart
könte
zusetzen
/
auch
liesse
der
allmächtige
GOtt
ein
Kürbes
auffwach
sen
/
dessen
grosse
breite
Blätter
dem
Prophe
ten
einen
angenehmen
Schatten
gemacht
/
worüber
er
sich
nicht
ein
wenig
erfreut
/
aber
solche
Begnügung
hatte
einen
kleinen
Be
stand
/
massen
auß
Befehl
deß
Allerhöchsten
in
aller
Frühe
/
noch
vor
Auffgang
der
Morgen
röth
ein
kleines
Würmel
den
Kürbis
zerbissen
/
worauff
er
alsobald
verdorret
/
und
nach
mahls
den
brennenden
Sonnen=Strahlen
freyen
Paß
auff
das
Haupt
deß
Propheten
ge
ben
/
welches
ihme
so
grossen
Verdruß
verur
sachet
/
daß
er
vor
lauter
Zorn
vnd
Ungedult
sich
gegen
GOTT
nicht
ein
wenig
beklagt
/
ja
so
gar
ohne
Scheu
sich
hören
lassen
/
daß
er
auff
solche
Weiß
lieber
todt
als
lebendig
wol
le
seyn
.
Ey
du
vngedultiger
Jonas
!
so
kanst
du
nicht
leyden
kleine
Sonnen=Hitz
?
so
machen
dir
die
Sonnen=Strahlen
so
grosse
Quälen
?
aber
Ein
Truck
under
der
Preß
sagt
/
ich
leide
;
ein
Haar
oder
Flachs
durch
die
Hächel
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
Amboß
vnder
dem
Hammer
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
Brett
vnder
dem
Hobel
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
Weyrach
auff
der
Glut
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
Braten
an
dem
Spieß
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
Erd
vnder
dem
Pflug
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
Traydkörnel
vnder
dem
Mühl=
Stein
sagt
/
ich
leyde
.
Ein
jeder
Mensch
/
so
geplagt
wird
/
sagt
/
ich
leyde
/
ich
leyde
:
Aber
hört
ein
wenig
/
macht
die
Ohren
auff
/
wann
man
Laß
dir
mit
glüenden
Pfriemen
außste
chen
die
Augen
/
dise
gläserne
Kuppler
;
laß
dir
mit
glünendem
glüendem
Messer
abschneiden
die
Nasen
/
disen
pollierten
Rauchfang
;
laß
dir
mit
glü
enden
Scheeren
abschneiden
die
Ohren
/
dise
zwey
Audienz-Zimmer
;
laß
dir
mit
glüen
dem
Schnitzer
außschneiden
die
Zung
/
disen
so
künstlichen
Sprachmeister
;
laß
dir
mit
glüen
den
Zangen
außbrechen
die
Zähn
/
dise
helffen
beinene
Zuschrotter
;
laß
dir
mit
glüendem
Beyl
abhauen
die
Finger
/
dise
so
spitzfindige
Künstler
;
laß
dir
mit
glüenden
Stämmeisen
abhacken
die
Zehen
/
disen
so
steiffen
Fußboden
;
laß
dir
mit
glüenden
Scheermessern
Riemen
schneiden
auß
der
gantzen
Haut
/
auß
disem
so
häcklichen
Uberzug
/
so
ist
doch
alles
dises
nur
ein
Schatten
/
mehr
nichts
als
ein
Schatten
/
weiter
nichts
als
ein
Schatten
gegen
der
min
desten
Pein
im
Feegfeuer
.
Alles
Auwe
wegen
deß
Augenweh
/
alles
auwe
wegen
deß
Zähnweh
/
alles
auwe
wegen
deß
Halsweh
/
alles
auwe
wegen
deß
Brust
weh
/
alles
auwe
wegen
deß
Ruckenweh
/
alles
auwe
wegen
deß
Seitenweh
/
alles
auwe
we
gen
deß
Hertzweh
/
alles
auwe
wegen
deß
Miltzweh
/
alles
auwe
/
so
der
Mensch
am
Leib
/
im
Wie
ist
dir
Jeremias
gewesen
in
der
Gru
ben
?
übel
/
das
glaubt
man
.
Wie
ist
dir
Jo
seph
gewesen
in
der
Gefängnus
?
übel
/
das
glaubt
man
.
Wie
ist
euch
Burgern
gewest
in
der
Brunst
zu
Sodoma
/
vnd
Comorra
?
übel
/
das
glaubt
man
.
Wie
ist
dir
Achan
ge
west
vnder
dem
Steinhauffen
?
übel
/
das
glaubt
man
.
Wie
ist
dir
Absalon
gewest
an
dem
Eichbaum
?
übel
/
das
glaubt
man
.
Wie
ist
dir
Samson
gewest
/
da
du
an
Händ
vnd
Füsse
gebunden
worden
?
übel
/
das
glaubt
man
.
Wie
ist
euch
armen
Seelen
im
Feegfeuer
?
übel
/
übel
!
Aber
das
will
kein
Mensch
glauben
/
vnd
kans
kein
Mensch
glauben
/
O
GOtt
!
Die
Costnitzer
Chronick
registriret
ein
wunderseltzame
Geschicht
/
so
sich
nach
Christi
Geburt
Anno
1134
.
soll
zugetragen
haben
.
Herr
Albrecht
Freyherr
von
Zimmern
bediente
mehrmahl
den
Hof
deß
Hertzog
Friderich
in
Schwaben
/
einsmahls
begleitete
er
den
Her
tzog
/
sambt
den
Fürstlichen
Hof
biß
nacher
Monheimb
zu
dem
Grafen
Erhingern
/
allwo
neben
andern
Lustbarkeiten
auch
ein
Jagt
wur
de
angestellt
/
meistens
darumb
/
weil
in
dem
nächst
Reden
last
sich
vil
/
aber
nit
genug
/
erzeh
len
last
sich
vil
/
aber
nit
genug
/
mahlen
last
sich
vil
/
aber
nit
genug
/
schreiben
last
sich
vil
von
dem
Feeg=Feuer
vnd
dessen
grösten
Peyn
/
aber
nit
genug
/
nie
genug
;
Gleich
wie
nun
ein
Jgel
über
vnd
über
voller
Spitz
vnd
Spieß
/
vnd
gäntzlich
nichts
linds
an
ihm
/
sondern
alles
nur
zum
verwunden
vnd
beley
digen
/
also
ist
in
jenem
zeitlichen
Kercker
nichts
zu
sehen
/
zu
hören
/
zu
riechen
/
zu
ko
sten
/
zu
fühlen
/
als
lauter
weh
/
weh
/
weh
.
ICL .
FEstinate
orare
pro
Defunctis
Ecclesiæ
.
S
.
Pater
Augustinus
sermon
.
44
.
ad
ffr
:
in
Erem
.
Eylt
/
eylt
zu
betten
für
die
verstorbene
Christglaubige
.
Spricht
der
Heil
.
Vat
ter
Augustinus
.
NAchdem
die
übergebenedeite
Jung
frau
Maria
durch
Uberschattung
deß
H
.
Geistes
/
GOttes
Sohn
in
ihrem
reinesten
Leib
empfangen
/
hat
Sie
sich
alsobald
auff
die
Reiß
gemacht
/
ihre
liebste
Mäimb
vnd
Baaß
Nichts
tyrannischer
vnd
grausamer
kan
erdacht
werden
/
als
wann
wir
die
Hülff
gegen
B 3
den
Wie
der
verlohrne
Sohn
wider
auß
den
Ländern
vnd
Elenden
kommen
/
vnd
dem
alten
Vatter
zu
Füssen
gefallen
/
wie
der
Vatter
ge
sehen
/
daß
er
vor
Hunger
so
außgemerglet
/
vnd
so
wenig
Fleisch
/
als
deß
Samsons
gebrauchter
Esels=Kinbacken
;
wie
er
war
gekommen
/
daß
er
sal
.
ven
.
kein
Schuch
an
Füssen
/
vnd
nur
zum
Kraut=eintretten
gericht
/
der
als
ein
Un
kraut
gelebt
;
wie
er
vermerckt
/
daß
sein
Rock
so
voller
Löcher
/
als
hätten
die
Erdmäuß
da
rinnen
ihren
Tummel=Platz
;
wie
er
gesehen
den
elenden
Auffzug
vnd
mühseeligen
Standt
seines
Sohns
/
da
hat
er
/
der
liebe
Vatter
be
fohlen
/
citò
proferte
,
&c
.
geschwind
/
daß
man
ihme
ein
neues
Kleid
anlege
/
citò
,
geschwind
/
daß
man
zu
der
Kuchel
schaue
/
vnd
ein
Mittag=
Mahl
zurichte
/
citò
,
geschwind
vnd
eylends
/
rc.
Mein
Vatter
/
last
lieber
den
saubern
Gesellen
noch
etliche
Tage
in
seinen
Hadern
herumb
schlampen
/
vielleicht
buelen
die
Papiermacher
vmb
ihn
/
last
ihn
einige
Zeit
fasten
/
er
hat
ohne
das
zu
vil
gelöffelt
/
last
ihn
noch
ein
Weil
ley
B 4
den /
den
/
damit
es
ihme
ein
Witzigung
seye
:
Ach
nein
/
sagte
der
Vatter
/
ich
kunt
es
über
mein
Hertz
nicht
nehmen
/
er
ist
mein
Fleisch
vnd
Blut
!
Jch
kan
nicht
auch
nur
ein
Viertel=
Stund
mehr
zusehen
/
daß
er
solche
Noth
soll
leyden
/
citò
,
citò
,
Luc
.
15
.
Wie
könnet
dann
ihr
Kinder
vmb
GOt
tes
willen
/
wie
könt
ihr
ein
so
stachel=hartes
Hertz
haben
/
vnd
zulassen
/
daß
euer
liebste
El
tern
nicht
nur
ein
Viertel=Stund
leiden
/
son
dern
so
vil
Jahr
vnd
Zeit
;
Dann
erwegt
nur
/
daß
ein
einige
Viertel=Stund
/
an
welcher
ihr
die
H
.
Meß
/
das
Allmosen
auffschiebt
/
ihn
vil
Jahr
gedunckt
zu
seyn
.
Nur
gar
zu
bekandt
ist
jene
Geschicht
/
so
sich
mit
zweyen
frommen
vnd
gottseeligen
Religiosen
zugetragen
/
welche
als
vertrauteste
Freund
vnder
ihnen
disen
Pact
gemacht
/
daß
wer
vor
dem
andern
werde
mit
Tod
abgehen
/
vor
den
soll
der
Lebendige
also
bald
das
H
.
Meß=Opffer
verrichten
/
vnd
zwar
ohne
den
geringsten
Verzug
/
welches
auch
al
so
vermög
deß
Versprechens
geschehen
/
aber
nach
vollendter
H
.
Meß
erscheinet
der
Todte
dem
Lebendigen
/
ropffte
ihme
vor
seine
Nach
lässigkeit
/
daß
er
seinen
Schwur
/
vnd
so
treu
em
Versprechen
nicht
nachkommen
/
vmb
weil
er
grausamer
Weiß
ihn
zwantzig
gantzer
Jahr
im
Feegfeuer
gelassen
:
Mit
nichten
/
antwort
der
Citò
,
citò
,
wohlan
dann
barmhertzige
Gemüther
/
verweilet
nicht
einen
Augenblick
de
nen
Verstorbenen
zu
helffen
/
schiebt
es
nicht
ein
Viertel=Stund
auff
vor
sie
zu
betten
/
last
doch
vmb
GOttes
willen
nicht
hören
das
Mor
gen
/
das
Ubermorgen
/
das
ein
andersmahl
/
sondern
gleich
jetzt
/
jetzt
/
da
die
Seel
vom
Leib
geschiden
/
werfft
ein
Allmosen
in
die
Händ
der
Armen
/
jetzt
/
da
der
Cörper
noch
warm
/
schickt
in
die
Kirchen
vnd
GOtts=Häuser
zu
betten
/
jetzt
/
da
man
ihm
die
Augen
zutruckt
/
erhebet
eure
Augen
gen
Himmel
/
vnd
seufftzet
vmb
Barmhertzigkeit
bey
dem
allmächtigen
GOtt
.
Citò
,
citò
.
Wann
deß
Nächsten
Hauß
brinnet
/
vnd
alles
im
Feuer
stehet
vnd
stecket
/
ist
doch
niemand
der
nicht
laufft
und
schnaufft
/
vnd
sucht
zu
löschen
/
vnd
wir
sollen
können
zu
sehen
/
daß
etliche
Tage
/
etliche
Monat
/
ja
vil
Jahr
vnd
Zeit
vnsere
Eltern
/
vnsere
Freunde
vnd
Anverwandte
/
sollen
im
Feuer
vnd
Flam
B 5
men
men
ligen
?
Ach
nein
/
das
soll
man
von
eines
Menschen
Hertzen
nicht
vermuthen
.
Abraham
,
Abraham
,
der
GOttsförchtige
Patriarch
/
macht
vns
vil
zu
Schanden
;
Er
hat
auff
eine
Zeit
3
.
frembde
Männer
erblickt
/
denen
er
nicht
allein
entgegen
gangen
/
sondern
geloffen
/
cucurrit
,
selbe
demüthigst
ersucht
/
sie
wollen
doch
die
Einkehr
bey
ihme
nehmen
/
er
seye
erbietig
ihnen
die
Füsse
zu
waschen
/
vnd
sie
mit
einem
Bissen
Brod
zu
bedienen
:
Das
war
noch
nicht
genug
/
Abraham
eylte
in
die
Hütten
zu
der
Sara
/
eyle
/
sagt
er
/
vnd
bache
geschwind
ein
weiß
Brod
für
die
Leuthe
/
er
aber
lieff
zum
Vieh
vnd
hollte
das
beste
Kalb
/
gabe
es
dem
Knaben
/
vnd
diser
eylte
/
vnd
koch
te
es
/
Gen
.
18
.
Wer
seynd
doch
dise
gewest
/
wessenthalben
sie
zu
bedienen
man
allerseits
eylte
in
dem
Hauß
deß
Abrahams
?
Abraham
currit
,
Uxor
festinat
,
Puer
accelerat
,
&c
.
Orig
.
Tom
.
4
.
in
Gen
.
Frembde
seynd
sie
ge
west
/
die
der
Abraham
nie
gesehen
noch
gekent
.
Pfui
der
Schand
bey
vns
!
Abraham
springt
den
Frembden
so
eylends
bey
/
vnd
wir
unsern
nächsten
Bluts=Verwandten
in
jener
Welt
so
lau
vnd
langsam
;
er
spendiert
ihnen
alsobald
ein
weisses
Brod
/
vnd
wir
lassen
offt
etliche
Tag
vnd
Wochen
verstreichen
/
biß
wir
ihnen
ein
Bissel
vergönnen
vnd
vorlegen
von
dem
O
Homo
,
ut
tui
miseratur
Deus
,
fac
ut
pro
ximo
miserearis
in
purgatorio
;
nam
tantum
tibi
miserebitur
Deus
,
quantum
tu
mi
sereberis
proximo
.
Ora
ergo
pro
Defunctis
.
S
.
P
.
Augustinus
serm
.
ad
ffr
.
in
Eremo
.
Wilst
du
O
Mensch
/
sagt
der
Heili
ge
Vatter
Augustinus
/
wilst
du
daß
Gott
sich
deiner
erbarme
/
sihe
zu
/
daß
du
inglei
chem
deinem
im
Feegfeuer
ligenden
Näch
sten
Barmhertzigkeit
erweisest
/
dan̅
in
so
vil
wird
GOtt
dir
in
seiner
Erbarmung
mit
theilen /
theilen
/
wie
vil
du
dich
über
deinen
Näch
sten
wirst
erbarmet
haben
;
So
bitte
dann
für
die
Abgestorbene
.
WJe
WIe
Anno
1683
.
der
Ottomanni
sche
Erb=Feind
durch
sondere
Ver
hängnus
GOttes
/
mit
einer
so
gros
sen
Kriegs=Macht
den
meisten
Theil
deß
Unter=
Oesterreichs
überschwembt
/
vnd
auff
grausame
Weiß
mit
den
Christen
verfahren
/
da
haben
sich
etliche
zu
Solenau
/
ein
Ort
gegen
5
.
Meil
von
Wienn
entlegen
/
vmb
weilen
ihnen
aller
Weeg
zum
fliehen
abgeschnitten
war
/
reterirt
in
das
Todtenbein=Hauß
/
auff
den
Freydhoff
/
worinn
sie
/
vngeacht
so
viler
vnd
mannigfalti
ger
Nachstellung
etliche
Wochen
sich
auffge
halten
/
vnd
nur
zu
weilen
bey
nächtlicher
Zeit
behutsam
herauß
gekrochen
/
da
vnd
dort
eini
ge
Lebens=Mittel
gesucht
/
vnd
solche
wider
mit
sich
in
die
Todten-Retirada
genommen
:
Nach
deme
endlich
der
Ottomannische
Monschein
ein
Finsternus
gelitten
/
vnd
diser
Christliche
Erbfeind
hat
müssen
das
Fersen=Geld
geben
/
seynd
obgedachte
/
nicht
ohne
sondern
Trost
auß
ihrem
Todten=Hauß
hervor
gangen
/
GOtt
dem
Allmächtigen
höchstens
gedanckt
vmb
wei
len
sie
durch
die
Todte
das
Leben
erhalten
.
Das
zeitliche
Leben
ist
endlich
nit
so
hoch
zu ach=
Dann
zu
wissen
/
daß
wann
wir
auch
alle
vnsere
gute
Wercke
den
armen
Seelen
im
Feegfeuer
schencken
/
solche
auff
kein
Weiß
in
Verlust
gehen
/
sondern
noch
doppelt
/
ja
hun
dertfältigen
Nutzen
hierauß
schöpffen
:
Und
geschicht
es
auff
gleiche
Weiß
/
wie
mit
den
Brüdern
deß
Joseph
.
Dise
saubere
Gäst
wurden
durch
die
harte
Hungers=Noth
dahin
gezwungen
/
daß
sie
müsten
gar
in
Egypten
reisen
/
daselbst
vmb
das
baare
Geld
Traid
ein
zuhandlen
/
es
geschahe
aber
/
daß
gleich
dazu
mahl
das
völlige
Governo
deß
gantzen
König
reichs
ihr
Bruder
Joseph
führte
/
den
sie
schon
längst
für
Todt
gehalten
/
oder
wenigst
glaub
ten
sie
/
daß
er
etwan
zu
End
der
Welt
s
.
v
.
ei
nen
Sau=Hirten
abgebe
/
Joseph
erkannte
dise
schlimme
Gesellen
alsobald
/
sich
aber
gab
er
nit
zu
erkennen
/
sondern
ließ
sie
fein
sauber
vnder
dem
Auff
gleiche
Weiß
begegnet
allen
den
Je
nigen
/
welche
all
ihr
Andacht
vnd
gute
Wercke
den
armen
Seelen
im
Feeg=Feuer
schencken
/
H
.
Messen
schencken
/
H
.
Ablaß
schencken
/
H
.
Allmosen
schencken
/
H
.
H.
Fasten
schencken
/
Heil
.
Communion
schencken
/
H
.
Wallfahrten
schen
cken
/
rc.
alles
dises
/
was
sie
dermahlen
auß
mit
leydendem
Hertzen
den
armen
Verstorbenen
spendiren
/
bekommen
sie
gleich
nach
ihrem
Tod
widerumb
/
vnd
noch
darbey
einen
grossen
Vor
rath
der
Göttlichen
Barmhertzigkeit
/
massen
der
Allerhöchste
in
Ansehung
solcher
Lieb
deß
Nächsten
nicht
anderst
kan
/
als
auch
sich
ihrer
zu
erbarmen
.
Dahero
spricht
mehrmahl
vnser
H
.
Vatter
Augustinus
:
Igitur
pro
mortuis
semper
Die
H
.
Jungfrau
Gertraud
/
vmb
weilen
sie
auß
purem
Mitleyden
gegen
den
armen
Seelen
alle
ihre
gute
Werck
ihnen
überlassen
/
thäte
sich
nicht
ein
wenig
bekümmern
in
ihrem
Todbettlein
/
auß
Forcht
/
sie
möchte
etwan
selbst
wegen
Mangel
der
guten
Werck
Noth
leyden
/
indem
sie
nun
in
solchen
Aengsten
begriffen
/
er
scheinet
ihr
Christus
der
HErr
/
vnd
redet
sie
trostreich
also
an
:
Damit
du
sehest
vnd
sattsam
erkennest
/
wie
werth
vnd
angenehm
mir
dein
mildhertzige
Lieb
seye
gewesen
/
welche
du
gegen
den
armen
Seelen
im
Feegfeuer
getragen
/
so
laß
ich
hiemit
alle
Straffen
nach
/
die
du
hättest
sollen
in
demselben
außstehen
/
vnd
weil
ich
für
die
Werck
der
Barmhertzigkeit
habe
hundert
fältige
Belohnung
versprochen
/
also
will
ich
dich
nicht
allein
vngestraffter
lassen
/
sondern
noch
anbey
dein
Glory
in
der
Ewigkeit
vermeh
ren
.
Dionys
.
Carthus
.
lib
.
de
San
.
Jener
Religios
von
deme
Baronius
regi
striret
/
hat
es
genugsam
erfahren
/
daß
sich
GOtt
eines
solchen
erbarme
/
der
sich
auch
über
die
Wer
in
Himmel
will
kommen
hinauff
/
der
schick
den
armen
Seelen
einige
Hülff
hinunter
;
Wer
erhalten
will
das
ewige
Leben
/
der
verges
se
nicht
der
Todten
;
Wer
gelangen
will
zur
Seeligkeit
/
der
helff
den
armen
Seelen
auß
ihrer
Müheseeligkeit
;
Wer
kommen
will
zu
dem
ewigen
Abendmahl
/
der
fast
für
die
armen
Seelen
im
Feegfeuer
;
Wer
will
/
daß
er
ewig
soll
brinnen
in
der
Liebe
GOttes
/
der
lösche
den
armen
Seelen
das
Feegfeuer
auß
;
Wer
will
daß
ihme
GOtt
solle
die
Sünden
nachlassen
/
C
der
Unmöglich
scheint
es
/
daß
jemand
/
so
ein
mildhertziger
/
Hülffräicher
der
armen
Seelen
ist
/
könne
ewig
verlohren
werden
/
zumahlen
sol
che
Seelen
vnauffhörlich
für
ihre
Gutthäter
zu
GOtt
dem
Allmächtigen
schreyen
vnd
seufftzen
:
Es
gibt
der
Exempel
genug
/
daß
solche
Seelen
ihre
Liebhaber
bey
nächtlicher
Weil
auß
dem
Schlaff
auffgeweckt
/
vnd
sie
ihres
herbeyna
hendes
Sterbstündleins
erinnert
:
Es
gibt
der
Exempel
vil
daß
solche
Seelen
ihre
Patronen
auß
augenscheinlichen
Todts=Gefahr
errettet
/
damit
sie
nit
im
Stand
einer
Todtsünd
möch
ten
sterben
:
Es
gibt
der
Exempel
nicht
wenig
/
daß
solche
Seelen
den
Gutthätern
in
ihrem
Sterbstündlein
beygestanden
/
vnd
ihnen
in
sol
chem
letzten
Streit
haben
helffen
victorisiren
.
Binetus
schreibet
selbst
von
einem
/
der
sonst
ei
nes
vntadelhafften
Wandels
war
/
daß
er
in
seiner
tödtlichen
Kranckheit
/
nicht
allein
von
dem
Gleich
wie
nun
das
jenige
Traydt
/
so
in
den
obern
Mühlstein
geschüttet
wird
/
nicht
in
Verlust
gehet
/
sondern
es
kombt
wider
vnter
halb
hervor
/
vnd
zwar
weit
besser
/
schöner
vnd
nutzlicher
/
gestalten
es
in
das
beste
Mehl
ver
wandelt
worden
;
Deßgleichen
seynd
alle
vn
sere
gute
Werck
/
so
wir
denen
armen
Seelen
im
Feegfeuer
schencken
vnd
schicken
/
nit
vmb
sonst
hinweg
geworffen
/
sondern
wir
finden
die
wider
in
jener
Welt
/
vnd
weit
besser
/
wegen
der
Lieb
zu
vnsern
Nächsten
/
krafft
solcher
GOtt
auch
sich
vnser
erbarmet
/
vnd
vns
das
Jenige
gütigist
ertheilet
/
zu
dem
wir
ihnen
ver
hülfflich
gewest
seyn
.
ILlo
transito̅rio
igne
,
de
quo
paulò
ante
A
postolus
,
ipse
autem
salvus
erit
,
sic
tamen
quasi
per
ignem
;
non
Capitalia
,
sed
minuta
Peccata
purgantur
.
S
.
P
.
Augustinus
serm
.
41
.
de
Sanctis
.
Durch
dises
zeitliche
Feuer
/
von
de
me
kurtz
vorhero
der
H
.
Apostel
Meldung
gethan
:
Er
wird
seelig
werden
/
gleichwol
dergestalt
durch
das
Feuer
.
1
.
ad
Co
rinth
.
13
.
werden
nicht
die
gröste
Haupt=
oder
JN
der
Schwedischen
Unruh
/
be
nantlich
vmb
das
Jahr
Christi
1631
.
zoge
von
Jngolstatt
hinweg
der
sehr
gelehrte
Mann
/
vnd
berühmte
Professor
daselbst
/
Pater
Adamus
Tanner
,
ein
Priester
der
Societät
JEsu
/
kame
nacher
Passau
/
von
dannen
setzte
er
sein
Raiß
weiter
in
Tyrol
/
als
in
sein
Vatterland
/
es
zoge
ihm
aber
auch
nach
der
Todt
/
vnd
traff
ihn
an
in
einem
Dorff
/
mit
Nahmen
Umken
/
da
starbe
er
gottseelig
/
vnd
war
ein
sehr
grosse
Red
von
ihm
/
daß
er
bey
Lebzeiten
ein
sehr
gelehrter
Mann
sey
gewesen
/
indeme
aber
seine
Kleyder
außgesucht
worden
/
fand
man
bey
ihme
ein
Microscopium
,
oder
künstliches
sauber
gefastes
Mucken=Gläßl
/
welches
die
kleineste
Ding
so
darinn
verschlos
sen
werden
/
groß
macht
/
vnd
auß
einer
Mu
cken
einen
Elephanten
/
wie
man
pflegt
zu
reden
;
Dazumahl
war
gleich
ein
Floch
darinnen
ein
gesperrt
/
die
gute
einfältige
Zuseher
wusten
nit
was
dises
Pixlein
vnd
Glaß
möchte
seyn
/
gaf
fen
doch
darein
/
vnd
sehen
ein
haariges
abscheu
liches
Thier
mit
einem
vngeheurigen
Schna
bel
/
erschrecken
hierüber
nit
wenig
/
vnd
werden
C 3
letzlich
Jch
muß
bekennen
/
daß
dergleichen
lächer
liche
Possen
nicht
sollen
zu
ernstlichen
Sachen
gesellet
werden
/
allein
ist
solches
hieher
gesetzet
worden
/
zu
sehen
die
wunderliche
Kunst
/
vnd
seltzame
Griff
der
Mathematic
,
als
welche
mei
sterlich
weiß
kleine
Sachen
groß
zu
machen
.
Wir
vnbehutsame
Adams=Kinder
machen
vn
sere
tägliche
/
ja
stündliche
Mängel
vnd
Unvoll
kommenheiten
allezeit
klein
/
die
läßliche
Sün
den
haben
bey
vns
den
ordinai
Titul
/
vnd
wer
den
kleine
Possen
vnd
Narradey
benahmet
/
aber
bey
GOtt
dem
Allmächtigen
werden
sie
für
groß
gehalten
/
vnd
solche
Mucken
für
Ele
phanten
angesehen
/
auch
derentwegen
in
jener
Welt
/
durch
das
Feegfeuer
vnermeßlich
ge
strafft
.
Mahomet
der
Andere
/
hat
einen
auß
sei
nen
Edl=Knaben
lassen
lebendig
auffschneiden
/
vmb
weil
er
einen
verbottenen
Apffel
auß
sei
nem
Hof=Garten
entfrembd
.
Fulgos
,
lib
.
9
.
Ein
Hertzog
von
Mäyland
/
schreibet
Corius
,
hat
einen
Priester
lassen
Hunger
sterben
in
der
Gefängnuß
/
weil
solcher
ihme
vorgesagt
/
daß
er
nur
9
.
Jahr
werde
regiren
.
Wenceslaus
C 4
König
Antonius
de
Monte
,
einer
von
den
ersten
Capucinern
zu
Rom
/
eines
sehr
frommen
Wandels
/
stunde
auff
ein
Zeit
bey
der
Nacht
auff
/
vnd
gienge
in
die
Kuchel
/
daselbst
ein
Licht
anzuzünden
/
merckt
aber
von
fern
in
derselben
ein
grosses
Feuer
/
wessenthalben
er
sich
nicht
genug
könte
verwundern
/
vmb
weilen
zu
solcher
Zeit
nicht
gewöhnlich
/
ein
Feuer
zu
brennen
/
als
er
nun
in
die
Kuchel
getretten
/
da
erblickt
er
alsobald
ein
erbärmliches
Spectackel
/
be
nanntlich
zwey
kohl=schwartze
Mohren
/
welche
zwey
Capuciner=Brüder
/
so
vnlängst
zuvor
mit
Todt
abgangen
/
an
gantz
glüenden
Spiessen
gebraten
;
Der
fromme
Pater
,
nachdem
er
sich
wegen
grossen
Schrecken
in
etwas
erhohlt
/
be
fragt
dise
zwey
/
als
vorhin
seine
gute
Bekann
te
/
was
doch
dises
bedeute
?
Ob
sie
dann
in
das
ewige
Feuer
oder
aber
in
das
Zeitliche
ver
urtheilt
worden
?
Worauff
sie
geantwortet
/
daß
sie
zwar
durch
die
grundlose
Barmhertzig
keit
GOttes
dem
ewigen
entgangen
/
leyden
aber
dise
erschröckliche
vnd
vnermäßliche
Peyn
/
derent=
Joseph
in
Egypten
muste
zwey
Jahr
ligen
in
der
Keuchen
/
vnder
der
Erden
/
der
doch
mehrer
Englisch
gelebt
als
irrdisch
;
Joseph
muste
ligen
in
Eysen
und
Band
/
welcher
doch
gewest
ist
Gemüth
halber
gantz
gulden
;
Jo
seph
muste
verhafft
seyn
in
der
Finsternuß
/
der
C 5
doch
Was
hat
dann
Joseph
gestifft
?
Villeicht
hat
er
einem
den
Halß
brochen
?
nichts
der
gleichen
:
Vielleicht
hat
er
geflucht
vnd
ge
wunschen
/
der
Teuffel
soll
seyn
Frau
hohlen
/
derenthalben
er
in
das
Vnglück
gerathen
?
nichts
dergleichen
:
sondern
er
hat
ein
läßliche
Sünd
begangen
/
als
er
ein
gar
zu
grosses
Ver
trauen
gesetzt
hat
auff
den
Mund=Schenck
/
mit
solchem
Memento
hat
er
sich
versündiget
.
Ein
so
leichte
Sache
/
wird
so
hart
gestraffet
/
das
heist
ja
auß
einer
Mucken
einen
Elephan
ten
machen
.
P
.
Jacobus
Rem
,
ein
Jesuiter
eines
gott
seeligen
Wandels
/
ist
nach
dem
Tod
einem
an
dern
gantz
lebhafft
erschienen
/
jedoch
in
wilder
Kleidung
/
vnd
sehr
verstellten
Angesicht
/
als
er
aber
Vor
28
.
Jahren
in
vnserm
Kloster
Ma
ria
Brunn
/
vnweit
Wienn
/
war
ein
alter
Leyh=
Bruder
/
den
wir
wegen
der
kleinen
Statur
nur
den
frommen
Thomerl
genennt
/
sein
Leben
war
gar
einfältig
/
jedoch
fromb
vnd
andäch
tig
/
vnd
konte
man
ihme
wenig
außstellen
/
aus
ser
daß
er
zuweilen
in
der
Kuchel
vnder
dem
Abspühlen
gemurrt
;
Nachdeme
diser
mit
Tod
abgangen
/
hat
das
gantze
Convent
etliche
Nächte
nacheinander
hören
abwaschen
/
vnd
kaum
/
daß
man
mit
Verwunderung
halber
die
Kuchel
eröffnet
/
vnd
nachmahls
wider
gesperrt
/
hat
das
Abwaschen
vnd
Schüssel=setzen
mehr
mahl
seinen
Anfang
genommen
;
nachdeme
aber
etliche
Andachten
/
vorderist
heilige
Meß=
Opffer
für
ihn
verricht
worden
/
ist
im
wenig
sten
nichts
mehr
zu
hören
gewest
.
Noch
recht
hat
der
Alexandrinische
Ma
carius
gethan
:
Als
diser
H
.
Mann
einest
im
Gebett
begriffen
/
vnd
ihn
vnversehenst
ein
We
spe
gestochen
/
hat
er
sich
/
wie
menschlich
/
gäh
erzürnet
/
vnd
die
Wespen
vmbgebracht
/
nach
mahls
aber
in
sich
selbsten
gangen
/
vnd
ge
dacht /
dacht
/
GOtt
möchte
ihn
diser
Ungedult
halber
in
jener
Welt
straffen
/
vnd
auß
einer
Wespen
einen
Elephanten
machen
/
dahero
ihme
dise
Buß
selbsten
aufferlegt
/
vnd
blutt=nackend
durch
/
6
.
gantzer
Monat
gestanden
auff
den
Scitischen
Feldern
/
vnd
von
den
Wespen
/
de
ren
allda
ein
vnzahlbare
Anzahl
/
sich
also
zu
richten
lassen
/
daß
man
ihn
nicht
mehr
für
einen
Menschen
hat
angesehen
.
Surius
in
vita
.
O
gerechter
GOtt
!
wie
wird
es
dann
den
jenigen
ergehen
/
die
nicht
nur
ein
läßliche
Sünd
/
sondern
mehrer
als
sie
Haar
auff
dem
Kopff
zehlen
/
begangen
?
Wie
den
jenigen
/
die
so
grosse
vnd
häuffige
Todt=Sünden
ge
than
/
für
welche
sie
offt
in
der
Beicht
zu
einer
Buß
etliche
Vatter
Unser
zu
betten
gewäigert
.
Wann
Religiosen
vnd
Ordens=Leuth
sambt
ihren
strengen
Leben
noch
so
hart
leyden
müssen
in
dem
Feegfeuer
/
was
haben
dann
dieselbige
zu
gewarten
/
die
immerfort
in
Freuden
vnd
Ergötzlichkeit
ihr
Leben
zubringen
.
NIhil
sic
probat
amicum
,
quemadmodum
oneris
amici
supportatio
.
lib
.
12
.
S
.
P
.
Augustinus
.
Nichts
probiert
vnd
prüfet
also
einen
guten
Freund
/
spricht
der
H
.
Vatter
Au
gustinus
/
als
wann
Er
seines
Freundes
Last
hilfft
tragen
.
FReund
gibts
genug
/
aber
die
da
seynd
wie
der
Aal=Fisch
/
welcher
mei
stens
außschlüpffert
/
vnd
den
Reiß
auß
nimbt
/
wann
man
vermeint
ihn
zum
besten
zu
halten
.
Freund
gibts
genug
/
aber
die
da
seynd
wie
das
Quecksilber
/
so
bald
dises
zum
Feuer
gestellt
wird
/
vnd
solche
Feuersnoth
erblickt
/
so
nimbt
es
geschwind
wie
der
Wind
das
Va
lete
,
vnd
wird
auß
einem
Quecksilber
ein
Geh
Weck=Silber
.
Freund
gibts
genug
/
aber
die
da
seynd
wie
die
Schwalben
/
so
lang
die
lustige
vnd
an
nehmliche
Sommerszeit
dauret
/
so
lang
blei
ben
sie
bey
vns
/
gleich
aber
da
es
anfanget
kalt
zu
werden
/
vnd
kühl
herzu
gehen
/
da
nehmen
sie
mehrentheils
hinder
der
Thür
Urlaub
.
Freund
gibts
gnug
/
aber
die
da
seynd
wie
die
Sonnen=Uhr
/
welche
sich
so
lang
dienstlich
zeigt
/
wie
lang
die
guldene
Sonn
pflegt
zu
schei
nen
/
so
bald
aber
dise
den
Untergang
nimbt
/
alsdann
ist
bey
ihr
der
Dienst
auch
auß
.
Freund
gibts
gnug
/
aber
die
da
seynd
wie
die
Egel
/
welche
so
lang
einem
anhangen
/
vnd
nicht
von
der
Haut
kommen
/
biß
sie
ihr
Wam
pen
gefüllt
/
nachgehends
schämen
sie
sich
nicht
/
ob
schon
voller
Blut
/
den
Kehrauß
zu
nehmen
.
Freund
gibts
gnug
/
aber
die
da
seynd
wie
die
Mäuß
/
welche
so
lang
im
Hauß
verblei
ben
/
so
lang
es
in
einem
guten
Standt
ist
/
so
bald
sie
aber
vermercken
/
daß
selbiges
allgemach
zu
grund
will
gehen
/
vnd
zu
Boden
fallen
/
so
dann
Freund
gibts
gnug
/
aber
die
da
seynd
wie
die
Vögel
deß
Nabuchodonoserischen
Baums
/
auff
dem
sie
mit
stätem
singen
vnd
pfeiffen
ihr
Wohnung
hatten
/
so
bald
aber
diser
auß
dem
Befelch
deß
Allerhöchsten
ist
vmbgehauen
wor
den
/
da
haben
sich
die
saubere
Vögel
auch
ver
lohren
.
Freund
gibts
gnug
/
aber
die
da
seynd
wie
die
Melaunen
/
auß
denen
fast
die
mehriste
auß
wendig
gut
scheinen
/
wann
man
sie
nachmahls
aber
einwendig
beschauet
/
so
ist
kaum
auß
ze
hen
einer
etwas
nutz
.
Freund
gibts
gnug
/
aber
die
da
seynd
wie
ein
Bach
/
bey
deme
immerzu
ein
guter
Rausch
anzutreffen
/
indeme
von
allen
Bergen
die
Was
ser
zulauffen
/
vnd
mit
ihme
in
gutem
Rausch
leben
/
wann
aber
die
gröste
Hitz
ist
/
da
findet
man
manichsmahl
nicht
einen
Troffen
Was
ser
.
O
wie
vil
gibts
dergleichen
Freundschaff
ten
!
wie
offt
hört
man
/
diser
vnd
diser
ist
ge
storben
/
er
ist
mein
guter
Freund
gewest
/
wir
haben
offt
einen
guten
Rausch
miteinander
gehabt
/
tröst
ihn
GOtt
.
Mit
disen
ist
die
gan
tze
Freundschafft
bezahlt
/
jetzt
da
er
in
der
grö
sten
Hitze
/
in
grösten
Quälen
deß
Feegfeuers
/
da
aller
Rausch
ein
End
hat
/
ist
nicht
ein
Freund /
Solche
Freund
seynd
keine
gute
vnd
rech
te
Freund
/
die
nur
bey
freundlichen
Zeiten
wol
len
gute
Freunde
seyn
.
Wie
auß
der
Stadt
Naim
/
ein
Todter
zum
Grab
getragen
worden
/
vnd
zwar
ein
eini
ger
Sohn
einer
reichen
Wittib
/
da
war
ein
grosse
Menge
der
Leuth
bey
diser
Leiche
/
über
auß
vil
Herren
/
überauß
vil
Frauen
/
überauß
vil
wackere
junge
Gesellen
/
rc.
Aber
der
Evan
gelist
sagt
/
daß
sie
nicht
den
Todten
haben
be
gleit
/
sondern
die
reiche
wohlhabende
Wittib
/
welche
bey
stattlichen
Mitteln
/
rc.
Turba
Ci
vitatis
multa
cum
illa
,
Luc
.
7
.
Vil
Volcks
auß
der
Stadt
war
mit
ihr
.
Es
hatte
ja
der
Verstorbene
auch
gute
Freund
gehabt
?
Ja
/
ja
/
nur
gar
vil
/
mit
denen
er
Tag
vnd
Nacht
lustig
vnd
guter
Ding
gewest
/
vnd
eben
derent
halben
ihme
das
Leben
abgekürtzt
/
jetzt
aber
/
da
er
mit
Tod
abgangen
/
heist
es
nicht
mehr
mit
ihm
/
sondern
mit
ihr
:
Die
Freundschafft
hat
ein
End
/
weil
er
todt
ist
;
aber
ein
solche
Freund
schafft
ist
schlecht
/
vnd
nicht
recht
/
thut
nichts
gelten
/
sondern
ist
zu
schelten
/
verdient
kein
Lob
/
weil
sie
so
geringe
Prob
.
Ein
guter
Bruder
/
soll
seyn
wie
ein
Ru
der
/
dises
braucht
man
meistens
/
wann
ein
übler
Luc
.
am
11
.
Capitel
/
erzehlt
vnser
gebe
nedeyter
Heyland
selbst
/
ein
guter
Freund
/
sagt
Er
/
kombt
bey
nächtlicher
Weil
für
die
Thür
/
klofft
klopfft
an
/
macht
ein
Tumult
/
da
jeder
man
in
dem
ersten
Schlaff
/
schreyt
/
sagt
/
klagt
vnd
bitt
den
andern
Freund
/
der
in
der
Ruhe
ist
/
er
wolle
ihm
doch
die
Freundschafft
erwei
sen
/
vnd
ihme
drey
einige
Laibel
Brod
leyhen
/
der
zwar
/
wie
es
einen
schläffrigen
Menschen
leicht
begegnet
/
wird
hierüber
vngedultig
/
weil
aber
der
andere
nicht
auffhört
zu
klopffen
/
vnd
zugleich
sein
guter
Freund
ist
/
so
will
er
so
grob
vnd
vnfreundlich
nicht
seyn
/
daß
er
nicht
alsbald
auffstehe
/
vnd
dem
guten
Freund
auß
der
Noth
helffe
.
Es
geschicht
gar
offt
/
vnd
aber
offt
/
daß
mancher
bey
der
Nacht
/
wo
alles
still
/
alles
in
der
Ruhe
/
der
Himmel
voller
Stern
/
etwas
hört
/
ein
Tumult
/
ein
Getöß
/
ein
Klopffen
/
sicht
doch
weiter
nichts
als
einen
finstern
Schatten
/
aber
die
Haar
stehen
ihm
gen
Berg
/
D
es
Mir
hat
einer
glaubwürdig
erzehlt
/
auß
einer
sehr
berühmten
Orden
/
auch
mit
einem
Schwur
bestättiget
/
so
annoch
im
Leben
/
vnd
eines
guten
Wandels
:
als
er
bey
der
Nacht
dem
Studiren
abgelegen
/
vmb
weilen
ihme
die
Verhindernussen
beym
Tag
zu
häuffig
/
habe
ihme
zwey
Nacht
nacheinander
/
ein
vnsichtbare
Hand
immerzu
die
Bibel
/
oder
H
.
Schrifft
vor
seiner
vmbgeblättert
/
welches
er
Anfangs
für
natürlich
gehalten
/
der
Meynung
/
als
wur
den
die
Blätter
von
einem
kleinen
Wind
be
rührt
;
Nachdeme
er
aber
einist
den
beiner
nen
Streicher
/
als
ein
Signaculum
in
die
Bibel
gesteckt /
So
soll
man
dann
niemahls
seines
gu
ten
Freunds
vergessen
/
absonderlich
/
wann
sol
cher
in
jener
Welt
in
harten
zeitlichen
Peinen
noch
leidet
/
vnd
ihme
selbst
nicht
helffen
kan
/
da
soll
vns
das
NB
.
stäts
vor
Augen
seyn
.
NB
.
wie
offt
seynd
wir
lustig
bey
einander
ge
west
.
NB
.
wie
offt
hat
er
mir
etwas
zu
gefal
len
gethan
.
NB
.
Er
hat
nicht
einen
halben
Tag
können
ohne
meiner
seyn
.
NB
.
Er
hat
mehrmahl
nicht
einen
Bissen
Brod
gehabt
/
den
er
mit
mir
nicht
getheilt
.
NB
.
Er
wär
für
mich
in
ein
Feuer
gangen
/
rc.
So
ist
dann
billich
/
daß
ich
ihn
auch
in
dem
erschröck
lichen
Feuer
nicht
verlasse
/
so
seye
es
.
Alle
Heil
.
Messen
die
ich
höre
/
alle
Heil
.
Commu
nion
die
ich
verrichte
/
die
Heil
.
Ablaß
so
ich
ge
winne
/
das
Allmosen
so
ich
gibe
/
alle
gute
Werck
die
ich
übe
/
sollen
ihme
geschenckt
seyn
/
biß
er
erlöst
wird
.
PRiùs
in
hoc
sæculo
per
DEI
Justitiam
vel
misericordiam
amarissimis
tribulatio
nibus
sunt
excoquendi
,
&c
.
aut
certe
lon
go
igne
Purgatorii
cruciandi
sunt
,
ut
ad
vitam
æternam
sine
macula
perveniant
.
S
.
P
.
Au
gustinus
in
Epist
.
ad
Aurel
.
Die
jenige
/
so
läßliche
Sünden
be
gangen
/
oder
für
die
gebeichte
Tod=Sün
den
noch
nicht
genugsame
Buß̅
haben
ge
würcket
/
spricht
der
H
.
Vatter
Au
gustinus
/
die
müssen
entweder
auff
diser
D 3
Welt
NJemahl
NIemahl
/
ich
sags
allezeit
/
niemahl
ich
schreibs
allezeit
/
niemahl
ich
be
kenns
allezeit
/
niemahl
ist
in
der
Welt
ein
solches
Gebäu
gestanden
/
wie
da
ware
der
Tempel
Salomonis
,
massen
zu
demselben
allein
achtzig
tausend
Steinhauer
gebraucht
worden
:
Unkosten
auff
dises
so
herrliche
Gebäu
seynd
auffgangen
in
Gold
/
tausend
sechshundert
vnd
drey
Million
/
sambt
achtmahl
100000
.
Du
caten
/
in
Silber
aber
über
tausend
/
200
.
vnd
neun
Million
:
Villa
pand
.
in
Ezech
.
das
war
ein
Gebäu
!
Das
wunderbahrlichste
aber
bey
disem
weltberühmtesten
Fabrica
war
dises
/
daß
in
währender
Auffrichtung
deß
gantzen
Tem
pels
niemahl
ein
Streich
von
einem
Hammer
oder
Beyl
/
Stemmeysen
/
oder
eines
andern
Jnstruments
gehört
worden
3
.
Reg
.
cap
.
6
.
1. Reg. cap. 6.
Die
Ursach
ware
/
weil
alles
Holtz
zuvor
auff
dem
Berg
Libano
auff
das
allergenaueste
zu
gericht
/
vnd
alle
Stein
dergestalten
pollirt
/
vnd
præparirt
worden
/
daß
fast
nicht
ein
Haar
ab
gangen
.
Ein
gleiche
Beschaffenheit
hat
es
mit
dem
Himmel
/
mit
dem
obern
Jerusalem
/
so
wir
wol
len
zu
demselben
als
Lebendige
/
vnd
durch
das
Blut
Christi
so
theuer
erkauffte
Stein
gelan
gen
/
ist
vonnöthen
/
daß
wir
auch
vorhero
auff
das
beste
pollirt
werden
/
es
muß
die
allerge
ringste
Mackel
an
vns
nicht
gefunden
werden
/
dann
der
allergeringste
Mängel
/
der
wintzigste
Fleck
kan
nicht
eingehen
in
das
Reich
GOttes
.
Wie
die
Apostel
sich
einmahl
in
einen
klei
nen
Zanck
eingelassen
/
da
sie
nehmlich
von
der
Præcedenz
im
Himmel
disputierten
/
da
hat
vnser
lieber
HERR
gleich
in
Mitte
derselben
einen
kleinen
Knaben
gestellt
/
vnd
sich
anbey
verlauten
lassen
/
daß
wann
sie
nicht
werden
seyn
wie
die
kleine
Kinder
/
so
werden
sie
in
das
Himmelreich
nicht
eingehen
.
Dazumahl
hät
ten
sich
die
Apostel
wie
die
meiste
H
.
Lehrer
außgeben
/
läßlich
versündiget
/
vmb
weilen
sie
in
einen
geringen
Zanck
gerathen
/
also
wolt
ih
nen
der
HErr
JEsus
andeuten
/
daß
sie
mit
di
sem
kleinen
Verbrechen
das
Reich
GOttes
nicht
können
besitzen
/
sondern
sey
nothwendig
/
daß
sie
darvon
gereiniget
/
entweder
anff
auff
der
Welt
/
oder
nachmahls
im
Feegfeuer
/
ja
wer
in
die
ewige
Seeligkeit
will
eintretten
/
muß
seyn
so
rein
vnd
vnschuldig
/
wie
ein
kleines
Kind
.
Sicut
Pueri
,
id
est
puri
.
Hannon
der
Ammoniter
König
hat
deß
Davids
/
der
es
so
treuhertzig
vermeint
/
gesan
dte
Bottschaffter
sehr
spöttlich
tractiret
/
nach
dem
daß
er
ihnen
die
lange
Röck
biß
auff
die
Lenden
abschneiden
lassen
/
vnd
folgsam
spött
lich
entblöst
/
weil
dazumahl
die
Weltliche
nicht
pflegten
Hosen
zu
tragen
/
neben
disem
Schmach
hat
er
ihnen
lassen
den
Barth
halb
abschney
den
/
welches
zur
selben
Zeit
ein
grosse
Schand
war
/
nachdem
solches
dem
David
kundbar
worden
/
hat
er
alsobald
ihnen
entgegen
ge
schickt
/
vnd
sagen
lassen
/
sie
sollen
zu
Hof
so
lang
verbleiben
/
biß
ihnen
der
Bart
wider
wächst
/
theils
darumben
/
damit
sie
nicht
vor
jederman
zu
schanden
wurden
/
theils
auch
da
mit
sie
nicht
mit
einer
solchen
Ungestalt
vor
dem
Angesicht
deß
Königs
erscheinen
/
2
.
Reg
.
c
10
.
Hat
nun
David
als
ein
irrdischer
Mo
narch
nicht
wollen
zulassen
/
daß
jemand
solle
vor
ihme
mit
einer
Ungestalt
sich
sehen
lassen
/
wie
vil
weniger
lasset
solches
der
Allerhöchste
zu
/
dahero
nothwendig
daß
alle
Maal
vnd
Mackel
/
ohne
die
auch
die
grossen
Heiligen
nicht
leben
/
entweders
auff
Erden
durch
stren
ges
Buß=Leben
/
oder
aber
in
dem
Feegfeuer
müssen
gereiniget
werden
.
Jn
der
Capuciner
Cronic
/
wird
registri
ret
/
daß
Anno
1602
,
eines
sehr
heiligen
Lebens
ein
Die
schöne
Susanna
zu
Babylon
/
wolte
sich
bey
heisser
Sommers=Zeit
in
etwas
erfri
schen
in
ihrem
eignen
Garten
/
nimbt
derent
halben
zwey
Kammer=Menscher
mit
sich
/
schaff
te
ihnen
/
sie
sollen
Oel
vnd
Seiffen
mit
sich
neh
men
/
damit
sie
sich
bey
dem
Brunnen
könne
waschen
/
vnd
reinigen
;
Afferte
mihi
oleum
&
smigmata
.
&c
.
Dan
.
13
.
Die
Seiffe
womit
sich
Susanna
/
vnd
all
anders
Frauenzimmer
wascht
/
die
geht
hin
/
vnd
macht
keine
Schmer
tzen
/
aber
jene
Seiffen
/
mit
der
GOtt
die
ver
storbene
Christglaubige
im
Feegfeuer
wascht
D 5
vnd
Udalricus
,
Bischoff
zu
Augspurg
/
lebte
gantz
heilig
/
würcket
grosse
Miracul
vnd
Wun
derwerck
/
hat
Fleisch
in
Fisch
verwandlet
/
hat
gemacht
/
daß
er
durch
den
Fluß
Lech
vnweit
Augspurg
passirt
/
vnd
nicht
von
einem
Tropf
fen
benetzt
/
da
doch
sein
Gespan
über
vnd
über
auff
den
halben
Leib
naß
worden
;
Er
hat
ge
macht
/
daß
keine
Katzen
in
dem
gantzen
Closter
Ottobeürn
/
auff
ewige
Zeit
sich
sehen
lassen
/
ja
/
so
einer
dahin
getragen
wird
/
muß
er
alsobald
verrecken
/
vil
andere
dergleichen
hat
der
All
mächtige
gewürcket
/
durch
disen
H
.
Bischoff
wegen
seiner
Verdiensten
/
aber
weil
ein
einige
kleine
Mackel
an
ihme
/
benanntlich
weil
er
sei
nen
Vettern
Adalberonem
zu
seinem
Nach
folger
benennt
/
da
hats
geheissen
:
Seiffen
her
/
vnd
muste
derenthalben
im
Feegfeuer
gereini
get
werden
.
In
vit
.
Die
Schwester
deß
H
.
Damiani
starb
in
grossem
Concept
der
Heiligkeit
/
vnd
weil
sie
ein
so
vnsträfflichen
Wandel
führte
/
auch
glaub
te
man
/
daß
ehender
ein
Schnee
ein
Schwär
tze
/
als
an
ihr
ein
Mackel
zu
finden
wäre
/
weil
sie
aber
einmahl
auß
Vorwitz
einer
lustigen
Music
zuhörete
/
hats
geheissen
:
Seiffen
her
/
vnd
Ein
Knab
mit
9
Jahren
/
hatte
einem
an
dern
9
.
Heller
entfrembt
/
vnd
weil
er
mit
diser
Mackel
als
vngebüster
gestorben
/
so
hats
ge
heissen
Seiffen
her
/
massen
er
seiner
Mutter
gantz
feurig
erschinen
/
vnd
Hülff
verlanget
/
dann
/
sagt
er
/
daß
gäntzlich
nicht
Unreines
in
Himmel
gehe
/
vnd
komme
ihn
solches
reinigen
härter
an
/
als
wann
aller
Kohlbrenner
der
gan
tzen
Welt
ihre
Kohlen
auff
ihme
brinnen
thä
ten
.
Berlaomont
in
Paradis
.
Die
H
.
Jungfrau
Gertraud
/
hat
auff
ein
Zeit
ein
Seel
im
Feegfeuer
gesehen
/
wie
solche
mehrmahl
das
Angesicht
Christi
geflohen
/
da
doch
diser
himmlische
Bräutigam
selbe
freund
lichst
zu
sich
geladen
/
fragte
auch
derenthalben
die
Ursach
/
worauff
sie
Antwort
von
der
Seel
erhalten
/
wie
daß
sie
noch
einige
kleine
Mackel
an
sich
habe
/
dessentwegen
sie
sich
scheuhe
vor
GOtt
zu
stehen
/
ja
wann
ihr
schon
der
Aller
höchste
die
Seeligkeit
wolte
vergonnen
/
so
möchte
sie
doch
solche
waigern
/
so
lang
/
biß
sie
gäntzlich
gereiniget
werde
/
dann
es
sich
nit
ge
zieme
/
daß
etwas
vnreines
vnd
bemacklet
von
dem
Göttlichen
Bräutigam
vmbfangt
werde
.
Blos
.
in
Mon
.
Spir
.
cap
.
13
.
CAdit
Asinus
,
&
omnes
eum
sublevare
fe
stinant
:
sed
clamat
in
tormentis
fidelis
,
clamat
Pater
,
clamat
filius
,
clamat
uxor
,
ma
ritus
,
amicus
,
&
non
est
qui
respondeat
,
S
.
Pa
ter
Augustinus
serm
.
44
ad
Hi
.
Es
fallt
ein
Esel
/
vnd
alle
eylen
ihm
auffzuhelffen
;
entgegen
schreit
in
den
Pei
nen
deß
Feegfeuers
der
Christglaubigen
;
Es
schreyet
der
Vatter
/
es
schreyet
der
Sohn
/
es
schreyet
das
Weib
/
es
schreyet
der
Mann
/
vnd
ist
fast
Niemand
der
sie
er
höhrt
.
Also
spricht
der
H
.
Vatter
Augustin
.
WJe
WIe
David
durch
sondere
Schi
ckung
GOttes
zu
der
Cron
gelan
get
/
da
hat
er
gleich
ein
Knopff
an
ein
Tüchel
gemacht
/
da
war
sein
ernstlicher
Be
felch
:
Geht
/
schaut
/
fraget
/
suchet
/
ob
nicht
etwan
noch
jemand
von
der
Freundschafft
/
vnd
Hauß
deß
Sauls
vorhanden
/
demselben
will
ich
nach
Müglichkeit
Guts
thun
wegen
meines
besten
Freunds
Jonatha
,
dessen
mir
erwisene
Gnaden
ich
nimmermehr
vergessen
will
/
vnd
als
endlich
herauß
kommen
/
daß
deß
Jonathæ
noch
leiblicher
Sohn
/
mit
Namen
Miphibo
seth
,
im
Leben
/
ein
armer
Tropff
/
der
an
Händ
vnd
Füssen
krumb
/
da
muste
solcher
alsobald
vor
den
König
geführet
werden
/
vnd
neben
an
dern
war
ihme
die
Gnad
ertheilet
/
daß
er
alle
zeit
bey
der
Königlichen
Taffel
dörffte
speisen
.
2
.
Reg
.
9
.
cap
.
Zu
wünschen
wäre
/
daß
die
gantze
Welt
also
beschaffen
/
wie
der
David
/
so
wurde
man
che
Seel
auß
dem
Feegfeuer
nicht
also
auff
schreyen
:
Oblivioni
datus
sum
tanquam
mor
tuus
à
corde
!
Jch
bin
gleich
einem
Todten
auß
dem
Hertzen
vergessen
worden
.
Ps
.
30
.
Dann
ja
nichts
ehender
wurmstichig
wird
/
als
die
Gedächtnus
der
Menschen
/
vnd
vergessen
wir
so
bald
der
jenigen
/
die
von
vns
in
jene
Welt
den
Von
Pio
dem
Fünfften
seeligen
vnd
hei
ligen
Papsten
wird
geschriben
;
daß
solcher
lang
vorhero
/
ehe
er
zur
Päpstlichen
Würde
er
hoben
worden
/
habe
einsmahls
bey
eitler
Nacht
von
Pergamo
auß
die
Flucht
genom
men
/
vmb
weil
einige
ihm
nach
dem
Leben
ge
strebt
/
vnd
den
Weeg
nacher
Mayland
genom
men
/
endlich
noth
halber
/
da
er
von
der
finstern
Nacht
überfallen
/
die
Einkehr
genommen
bey
einem
Bauren
/
von
welchem
er
gar
wohl
/
ob
schon
unbekandter
gehalten
vnd
tractiret
wor
den
/
so
verursacht
hat
/
daß
Pius
ein
Knopff
an
das
Tüchel
gemacht
/
zu
zeigen
/
daß
er
seiner
auch
nicht
wolle
vergessen
;
wie
nun
mittler
Zeit
Pius
Dises
war
ein
löbliche
Danckbarkeit
/
vnd
wolte
GOtt
/
es
wären
mehrer
dergleichen
Pii
zu
finden
/
so
würde
auch
nicht
die
so
grosse
Ver
gessenheit
einschleichen
in
den
menschlichen
Hertzen
.
Offt
mancher
gedenckt
doch
/
wär
er
vorhero
gewest
/
vorhero
so
vil
gehabt
/
als
Pe
trus
in
seinem
Netz
da
er
die
gantze
Nacht
ge
fischt
nihil
/
jetzt
aber
voller
Gold
/
wie
das
Kalb
in
der
Wüsten
so
die
Hebreer
angebett
.
Vor
hero
so
schlecht
/
daß
er
müste
mit
dem
Stroh
vorlieb
nehmen
/
wie
die
Götzen=Bilder
deß
La
bans
/
jetzt
aber
so
wohl
eingericht
/
daß
er
auch
mit
einem
Egyptischen
Joseph
nicht
wolte
tau
schen
.
Vorhero
so
gering
/
daß
er
fast
die
ver
lohrne
Eselin
mit
dem
Saul
hat
müssen
su
chen
/
jetzt
aber
so
vornehm
/
daß
er
wie
ein
Mar
dochæus
beym
Brett
sitzt
;
Vorhero
so
arm
/
daß
Wie
GOttes
Sohn
auff
die
Welt
kom
men
/
vnd
auß
der
vnbefleckten
Jungfrau
Ma
ria
gebohren
zu
Bethlehem
/
da
waren
gegen
wärtig
ein
Ochs
vnd
Esel
/
welche
/
wie
Tho
mas
de
Villa
nova
bezeugt
/
beyde
ihre
Knye
gebogen
/
vnd
den
HERRN
angebett
/
vnd
sol
len
sich
derenthalben
etliche
nicht
wenig
schä
men
/
daß
Ochsen=
vnd
Esels=Köpff
höfflicher
seynd
/
als
sie
;
Der
Esel
stellte
sich
absonder
lich
freundlich
gegen
dem
neugebohrnen
Mes
sia
/
als
den
er
mit
dem
stäten
Keuchen
erwär
met
/
vnd
von
dermahligen
Kälte
defendirt
/
der
Jst
nun
der
gebenedeyte
Heyland
danck
bar
gewest
gegen
einem
Esel
/
so
lösche
ich
den
ersten
Buchstaben
in
disem
Wort
auß
/
so
bleibt
Seel
/
vnd
hoffe
du
werdest
nicht
in
Vergessen
heit
stellen
/
die
so
mannigfaltige
Gutthaten
/
die
du
von
diser
vnd
diser
Seel
/
als
selbige
noch
in
dem
Leib
auff
der
Welt
wanderte
/
em
pfangen
.
Dem
Tobias
hat
der
Raphael
vil
Guts
erwisen
/
das
aber
hat
er
nicht
vergessen
.
Der
Ruben
hat
dem
Joseph
vil
Guts
gethan
/
das
hat
er
wol
nicht
vergessen
.
Jethro
hat
vom
Moyse
in
Egypten
vil
Guts
empfangen
/
das
könte
er
gar
nicht
vergessen
.
Josue
hat
ein
zimliche
Gutthat
erhalten
von
der
Rahab
,
das
wolt
er
nie
vergessen
.
Naam
Syrus
,
hat
von
Elisæo
vil
Gutes
empfangen
/
das
wolt
er
auff
kein
Weiß
vergessen
.
Die
Ruth
hat
von
der
Booz
sehr
vil
Gutthaten
erfahren
/
das
wolt
sie
nimmermehr
vergessen
.
Elias
hat
von
der
E
Wittiben /
Ein
Knopff
an
das
Tüchel
machen
/
for
derst
die
Religiosen
/
welche
nach
der
Evangeli
schen
Armuth
leben
/
vnd
von
Allmosen
ihr
Un
derhaltung
haben
/
dise
vergessen
niemahl
der
verstorbenen
Gutthäter
/
sondern
fast
in
allen
ihren
Zusammenkunfften
vnd
GOtts=Dien
sten
ist
man
ingedenck
derselben
.
Jn
unserer
reformirten
Religion
/
bettet
man
nicht
allein
bey
allen
Conventual=Capitel
/
Provincial=Ca
pitel
/
General=Capitel
für
die
verstorbenen
Gutthäter
/
wie
auch
jedesmahl
nach
dem
Chor /
SCio
misericorditer
operatám
(
Matrem
me
am
)
&
ex
corde
dimisisse
debita
debitori
bus
suis
,
dimitte
illi
&
tu
debita
sua
,
si
qua
eti
am
contraxit
per
tot
annos
post
aquam
salu
tis
.
S
.
P
.
August
.
lib
.
10
.
Confess
.
c
.
13
.
Jch
weiß
wohl
/
daß
sie
(
mein
Mut
ter
)
sich
sehr
barmhertzig
gegen
jederman
verhalten
/
vnd
ihren
Schuldnern
die
Schuld
nachgelassen
habe
/
derohalben
O
GOtt
vergib
derselben
gleichfalls
ihre
Schulden
/
die
sie
nach
dem
heiligen
Tauff
von
FOrt
mit
dir
in
die
Keuchen
/
sagt
das
Evangelium
/
es
seye
dir
gesagt
/
Amen
;
es
seye
dir
geschworen
/
du
wirst
von
dannen
nicht
herauß
kommen
/
biß
du
den
letzten
Heller
bezahlest
.
Matth
.
5
.
v
.
26
.
Dises
alles
geht
die
armen
Seelen
im
Feeg
feuer
an
/
welche
ihre
gemachte
Schulden
in
je
nem
feurigen
Kercker
bey
Heller
vnd
Pfenning
bezahlen
müssen
/
aber
wo
nehmen
?
qui
non
habet
in
ære
,
luat
in
pelle
,
da
heist
es
/
der
nicht
bey
Mittel
ist
/
der
bezahle
es
mit
der
Haut
/
oder
ein
anderer
auß
Mitleyden
vnd
Barmhertzigkeit
bezahle
für
ihm
/
massen
der
gerechte
Richter
nicht
einen
Heller
nachlasset
.
Seltzam
ist
/
was
von
einem
Schwedi
schen
Hauptmann
Mancinus
vorbringet
/
weil
disem
Soldaten
so
vil
Monet=Gold
außstän
dig
/
zumahl
vom
Gold
der
Soldat
den
Nah
men
geschöpfft
/
hat
er
endlich
die
Sach
vor
den
König
Carolum
selbst
gebracht
/
vnd
verlangte
vnderthänigst
die
ihme
außständige
600
Rthlr
.
was
?
sagte
der
dazumahl
vngedultige
König
:
dir
600
.
Rthlr
.
an
statt
diser
/
will
ich
dir
600
.
Teuffel
auff
den
Kopff
wünschen
.
Das
schmer
tzete
nicht
ein
wenig
den
guten
Officier
/
kundte
E 3
aber
Petrus
ließ
sich
wohl
einmahl
verlauten
/
da
er
von
einem
Bettler
bey
der
Kirch=Thür
vmb
ein
Allmosen
angesprochen
worden
/
daß
er
weder
Pfenning
noch
Heller
/
weniger
etwas
von
Gold
habe
/
rc.
aber
dise
Entschuldigung
können
wir
auff
keine
Weeg
vorschützen
/
Geld
gnug
/
Geld
ohne
Abgang
/
Geld
so
vil
man
ver
langt
/
vnd
zwar
die
beste
Maria=Groschen
;
ist
ein
Geld
/
so
der
Zeit
sehr
im
Schwung
gehet
/
durch
dise
Maria=Groschen
kan
man
verstehen
das
H
.
Ave
Maria
/
vnd
folgsam
gar
den
Heil
.
Rosenkrantz
/
womit
die
grosse
Schulden
im
Feegfeuer
können
bezahlt
werden
.
Der
seelige
Alanus
de
Rupe
erzehlt
/
daß
ihme
sehr
vil
Brüder
vnd
Schwestern
auß
der
Ertz=Bruderschafft
deß
H
.
Rosenkrantz
gesagt
haben
/
auch
mit
einem
Eyd
betheuret
/
daß
ih
nen
gar
offt
/
da
sie
den
H
.
Rosenkrantz
andäch
tig
gebettet
/
seyen
Seelen
auß
dem
Feegfeuer
erschinen
/
dero
Stirn
mit
einem
rothen
Creutz
lein
bezeichnet
gewesen
/
welche
sehr
grossen
Danck
ablegten
/
vmb
dises
Heil
.
Gebett
/
auch
anbey
ermahnten
/
sie
sollen
ferners
in
diser
Andacht
fortfahren
/
massen
nach
dem
H
.
Meß=
Opffer
kein
kräfftigers
Mittel
seye
/
ihre
Pey
nen
zu
nindern
mindern
/
vnd
die
Schulden
für
sie
zu
be
zahlen
/
als
der
H
.
Rosenkrantz
;
deßgleichen
in
Surio
zu
lesen
/
daß
deß
Königs
Philippi
in
Franckreich
leibliche
Tochter
vnd
Hertzogin
in
Braband
/
der
H
.
Ludgarden
erschinen
/
vnd
ihr
angedeutet
/
daß
sie
nicht
lang
im
Feegfeuer
ver
bliben
/
vermittels
deß
H
.
Rosenkrantz
/
den
sie
täglich
bey
Lebzeiten
andächtig
gebettet
.
Wann
die
Rosen
kühlen
/
wie
aller
Medicorum
Aus
sag
ist
/
so
wundert
mich
nicht
/
daß
die
mit
gros
ser
Hitz
geplagte
Seelen
/
in
jenem
zeitlichen
Kercker
also
trachten
nach
dem
heiligen
Ro
senkrantz
.
Von
der
seeligen
Elisabeth
auß
Arago
nia
wird
geschriben
:
Daß
sie
einsmahls
durch
Göttliche
Eingebung
ein
Kirchen=Gebäu
/
des
sen
sen
Abriß
der
Himmel
selbst
gemacht
/
habe
an
gefangen
/
wie
nun
zur
Abend=Zeit
die
Arbeiter
nacher
Hauß
gangen
/
gab
sie
jedem
eine
Ro
sen
/
in
dem
bestunde
der
Taglohn
;
weil
die
gu
te
Leuthe
nur
wohl
erkannt
die
gröste
Heilig
keit
diser
Elisabeth
/
also
haben
sie
derowegen
kein
widriges
Gesicht
gezeigt
/
sondern
die
Ro
sen
mit
Danck
angenommen
/
solche
wegen
ih
res
guten
Geruchs
an
die
Nasen
gehalten
/
vnd
gleichsamb
darumb
gedanckt
;
Aber
/
sihe
Wunder
!
da
sie
die
Rosen
in
Händen
hielten
/
seynd
solche
augenblicklich
in
grosse
guldene
Pfennig
veränderet
worden
.
In
annal
.
Min
.
1311
.
Was
dazumahl
geschehen
/
geschicht
noch
öffter
/
daß
nemblich
die
Rosen
zu
Geld
wer
den
/
solches
vmb
Bericht
die
arme
Seelen
im
Feegfeuer
/
die
es
mit
grossem
Danck
bestehen
/
daß
ein
Rosenkrantz
/
so
man
für
dise
arme
Tropffen
GOtt
auffopffert
/
das
angenehmeste
Geld
seye
in
den
Augen
GOttes
/
vnd
nicht
ein
wenig
von
ihren
Schulden
abzahle
.
Zu
Capharnaum
wurde
der
Peter
ange
redt
/
er
solle
den
Zinß=Groschen
zahlen
/
wo
nehmen
?
Unser
HERR
befilcht
ihm
/
er
solle
den
Angel
ins
Meer
werffen
/
den
nächsten
Fisch
/
den
er
werde
herauß
zihen
/
soll
er
ins
Maul
greiffen
/
da
werde
er
schon
Geld
fin
E 5
den /
den
/
wie
es
dann
auch
geschehen
/
Matth
.
17
.
vers
.
26
.
Wir
wollten
gern
für
die
arme
Seelen
im
Feegfeuer
die
Schuld
bezahlen
/
aber
wo
Geld
nehmen
?
Geld
genug
;
zu
Capharnaum
hat
ein
Fisch
Geld
gespendiret
/
jetzt
aber
gibt
vns
der
Fischer
Geld
.
Beschau
jemand
alle
Ab
laß=Brieffe
/
so
nun
von
dem
Päpstl
.
Stuhl
kommen
/
ob
selbe
nicht
von
Fischer
?
Ein
jeder
wird
vom
Fischer=Ring
bestättiget
/
sub
annu
lo
piscatoris
,
ein
solcher
Ablaß
ist
an
statt
deß
besten
Gelds
/
womit
die
Schulden
der
armen
Seelen
können
bezahlt
werden
.
Anno
1308
.
ist
ein
Edelman
sambt
seinen
Beambten
/
nach
dem
Kirchlein
Portiuncula
geräist
/
allda
den
vollkommenen
Ablaß
zu
ge
winnen
/
in
der
Zuruck=Räiß
wurde
diser
Be
ambte
erkrancket
/
vnd
schribe
solchen
seinen
Zu
stand
keiner
andern
Sach
zu
/
als
der
grossen
vnd
langen
Räiß
/
murrte
derentwegen
nicht
ein
wenig
/
worauff
der
Edelmann
ihn
getröst
/
er
soll
eines
guten
Muths
seyn
/
den
Räiß=Un
kosten
wolle
er
bezahlen
/
ja
/
so
gar
auch
auff
sei
nem
eigenen
Pferd
biß
nacher
Hauß
liffern
/
wann
er
den
H
.
Ablaß
/
den
er
vermuthlich
ge
wunnen
/
seinem
schon
längst
verstorbenen
Bru
der
wolte
überlassen
/
gar
gern
/
sagt
hinwider
der
andere
/
gar
gern
/
wann
ich
nur
reiten
kan
.
Deß
andern
Tags
erscheint
disem
Edelmann
seyn
längst
verstorbener
Bruder
in
gantz
glor
reicher
Gestalt
/
mit
Meldung
/
daß
er
/
GOTT
sey
Lob
/
vermittels
deß
ihme
überlassenen
Heil
.
Ablaß
/
aller
Peyn
sey
loß
worden
/
vnd
anjetzo
in
die
ewige
Seeligkeit
eingehe
.
Chron
.
Min
.
Diser
Seel
ist
Portiuncula
weit
besser
zu
Nutzen
kommen
/
als
jenem
verlohrnen
Sohn
sein
Erb=Portion
.
Da
mihi
Portionem
,
&c
.
Luc
.
15
.
Ablaß=Pfenning
seynd
bey
den
ar
men
Seelen
weit
bessers
Geld
/
als
alle
Duca
ten
/
rc.
O
wer
ist
doch
dißfalls
reicher
/
vnd
mehrer
mit
Geld
versehen
/
als
die
Brüder
vnd
Schwestern
in
der
Ertz=Bruderschafft
der
To
den
allhier
zu
Wienn
bey
vns
PP
.
Augustinern
/
massen
ein
gantzes
Jahr
hindurch
sie
mit
so
häuffigen
Ablaß
versehen
/
womit
sie
/
als
mit
dem
besten
Geld
/
vnd
himmlischer
Müntz
der
armen
verstorbenen
Christglaubigen
/
forderst
deren
in
GOTT
entschlaffenen
Brüder
vnd
Schwester
Schulden
können
bezahlen
/
vnd
also
durch
das
Schuld=Buch
ein
Creutz
ma
chen
/
zumahlen
der
mittere
Creutz=Altar
von
dem
Päpstlichen
Stul
/
mit
dergleichen
Gnaden
bereicht
ist
.
EVCHARISTIA
POnite
hoc
Corpus
ubicumq
;
nil
vos
ejus
cura
conturbet
:
Tantum
illud
vos
rogo
,
ut
ad
Altare
Domini
memineritis
mei
ubicúm
que
fueritis
.
S
.
P
.
August
.
lib
.
Conf
.
9
.
c
.
11
.
Legt
disen
meinen
Leib
/
sagte
die
H
.
Monica
/
als
ein
Mutter
Augustini
/
legt
ihn
hin
/
wo
ihr
immer
wolt
/
därfft
euch
denselben
wenig
lassen
angelegen
seyn
/
noch
derenthalben
vil
Kummer
machen
/
aber
mein
einige
Bitt
ist
nur
/
daß
ihr
meiner
in
dem
H
.
Meß=Opffer
wollt
ingedenck
seyn
/
also
schreibt
selbst
der
H
.
Vatter
von
ihr
.
DAzumahl
ist
dem
Peter
das
Con
cept
nicht
angangen
/
wie
er
auff
dem
Berg
Tabor
/
allwo
der
gebendeyte
HErr
vnd
Heyland
sein
Glory
in
etwas
ent
worffen
/
dem
Moysi
/
dem
Eliæ
/
vnd
forderst
dem
HErrn
/
wolte
drey
Tabernackel
bauen
;
Facimus
hic
tria
Tabernacula
,
&c
.
Aber
bey
vns
kan
nichts
heylsamers
geschehen
/
als
wann
wir
den
armen
Seelen
in
jener
Welt
Taber
näckel
schencken
/
verstehe
aber
die
Tabernäckel
in
den
Kirchen
vnd
GOtts=Häusern
/
in
wel
chen
das
höchste
Gut
auffbehalten
wird
/
wel
ches
auß
allen
Mitteln
das
wertheste
vnd
beste
ist
/
die
in
jenem
zeitlichen
Kercker
verhaffte
See
len
zu
erlösen
.
Die
Gartner
suchen
vnd
sorgen
/
vnd
se
hen
/
sehen
wohl
/
sorgen
vil
/
suchen
stäts
was
für
ein
Zeichen
im
Mond
seye
/
ob
er
im
Auff
nehmen
oder
Abnehmen
/
ob
er
im
ersten
oder
letzten
Viertel
/
ob
Neumond
oder
Voll
mond
/
rc.
Dann
die
meiste
Influenz
deß
Monds
ist
in
die
Erd=Gewächs
.
Die
arme
Seelen
im
Feegfeuer
/
die
schauen
auff
nichts
so
sehr
als
auff
den
Mond
/
sie
seufftzen
nach
nichts
so
starck
als
nach
dem
Mond
/
sie
den
cken
auff
nichts
so
offt
/
als
auff
den
Mond
/
vnd
zwar
auff
halben
Monschein
/
welcher
in
der
gul
denen
Monstrantzen
das
höchste
Gut
haltet
/
dises
Jn
vnserm
werthen
Teutschland
/
ist
fast
ein
gemeiner
Brauch
/
daß
bey
Marck=Zeiten
ein
guter
Freund
dem
andern
ein
Jahr=Marck
kaufft
/
ja
mancher
spendirt
nicht
wenig
/
der
ziecht
dem
Beutel
zimlich
/
es
fliegen
vil
Denari
auß
/
damit
er
nur
seiner
Liebsten
einen
ange
nehmen
Jahr=Marck
einkauffe
.
Das
Bitten
der
armen
Seelen
zu
vns
/
das
Schreyen
der
armen
Verstorbenen
zu
vns
/
das
Seufftzen
der
Bekandten
vnd
Anverwandten
auß
dem
Feeg
feuer
zu
vns
/
ist
mehrer
theils
nur
vmb
ein
Jahr=Marck
/
aber
man
muß
es
also
verstehen
:
Jn
grossen
vornehmen
Handels=Städten
wird
ein
Jahr=Marck
ein
Meß
genennt
/
benannt
lich
Franckfurther
Meß
/
Leibtziger
Meß
/
rc.
Aber
die
verstorbene
Christglaubige
verlangen
kein
solche
/
sondern
ein
H
.
Meß
/
in
welcher
nicht
zeitliche
Waaren
/
sondern
die
Göttliche
Waar
/
welche
der
vermessene
Judas
vmb
ein
so
geringen
Preiß
/
benanntlich
nur
vmb
dreis
sig
Silberling
verhandlet
/
das
wahre
Fleisch
vnd
Blut
JEsu
Christi
in
dem
Heil
.
Altar=
Opffer
.
Anno
1667
.
in
der
Stadt
Straubing
in
dem
Hertzogthum
Bayrn
/
hat
ein
frommes
baar
Lippomanus
schreibet
den
22
.
April
von
dem
H
.
Priester
Gregorio
/
wie
disen
Theodo
rus
in
der
Gefängnnß
Gefängnuß
wolte
versehen
mit
dem
heiligisten
Fronleichnam
/
zuvor
aber
die
Wäch
ter
vnd
Soldaten
gebetten
/
daß
sie
ihn
auß
den
Eysen
vnd
Banden
nur
so
lang
wolten
schla
gen
/
biß
er
das
heilige
Werck
vollzogen
/
als
er
aber
von
disen
vnbarmhertzigen
Gesellen
nichts
erbitten
konte
/
so
hat
er
gleichwohl
die
H
.
Com
munion
ihme
dargereicht
;
sihe
aber
Wunder
!
kaum
hat
Theodorus
dem
H
.
Mann
die
hei
ligste
Hostien
auff
die
Zungen
gelegt
/
da
seynd
alsobald
von
Gregorij
Händ
vnd
Füssen
die
Bande
vnd
Ketten
abgesprungen
/
vnd
folgsam
der
H
.
Mann
aller
Banden
befreyet
worden
.
Wann
nun
dises
höchste
Pancket
solche
Band
auffgelößt
/
so
ist
es
nicht
weniger
kräff
tig
/
auch
jene
feurige
Ketten
/
an
denen
die
ar
men
Seelen
im
Feegfeuer
gefangen
ligen
zu
zerbrechen
.
Wann
jene
Speiß
/
welche
der
Prophet
Habacuc
dem
Daniel
in
die
Löwen=
Gruben
getragen
/
ihme
so
ersättlich
gewest
ist
/
wie
wird
erst
den
armen
Seelen
seyn
/
das
hochwürdigiste
Sacrament
deß
Altars
?
Wan̅
den
Propheten=Kindern
/
denen
Elisæus
mit
wenig
weissen
Meel
hat
können
den
bitteren
Kraut=
Auß
dem
Cistercienser=Orden
zu
Clara
val
war
ein
Lay=Bruder
/
welcher
kein
anders
Ambt
hatte
/
als
die
Schaaff
zu
hüten
/
dann
vor
disem
in
dergleichen
Clöstern
keine
weltli
che
Leut
gebraucht
worden
/
sondern
alle
Hand=
Arbeit
/
so
gar
ackern
/
säen
/
schneiden
vnd
tre
schen
die
Geistliche
musten
verrichten
;
Als
be
sagter
Lay=Bruder
einest
bey
seiner
Heerd
Schaaff
sich
befunden
/
da
erscheint
vnversehens
vor
seiner
ein
Mensch
/
den
er
alsobald
vnd
oh
ne
Schrecken
befragt
/
wer
er
seye
?
woher
er
komme
?
ich
/
sagte
diser
/
bin
dein
Vetter
/
bin
vor
wenig
Zeiten
mit
Todt
abgangen
/
bin
von
dem
gerechten
GOtt
in
das
Feegfeuer
verur
theilet
worden
/
worinnen
ich
vnermäßliche
Pein
vnd
Schmertzen
leyde
/
also
bitte
ich
dich
vmb
GOttes
willen
/
halte
bey
deiner
Obrigkeit
an
/
daß
sie
mir
drey
heilige
Messen
schencken
/
ver
mög
diser
wird
GOtt
mein
zeitliche
Straff
enden
;
Nachdem
nun
solches
heiligistes
Opf
F
fer
fer
für
dise
arme
Seel
verrichtet
worden
/
ist
sie
mehrmal
in
Gegenwart
anderer
erschinen
/
vnd
sich
gantz
glorreich
gezaigt
/
auch
offentli
chen
Danck
abgelegt
/
vmb
dise
ihre
grosse
ge
leiste
Hülff
.
Warumb
aber
/
möcht
einer
sagen
/
soll
man
mehr
Messen
lesen
für
einen
Verstorbe
nen
?
indem
doch
ein
einige
H
.
Meß
genug
ist
das
gantze
Feegfeuer
außzuleeren
/
hierauff
wird
geantwortet
:
Wann
man
ansicht
das
jenige
/
was
in
dem
H
.
Meß=Opffer
auffgewandelt
wird
/
so
ist
selbiges
eines
vnendlichen
Werths
/
massen
es
/
der
wahre
Heyland
JEsus
selbst
/
vnd
diser
ist
freylich
genug
/
nicht
allein
außzu
löschen
ein
Feegfeuer
/
sondern
vnzahlbare
;
so
man
aber
betracht
den
Effect
vnd
Frucht
der
H
.
Meß
/
so
ist
diser
nicht
vnendlich
/
sondern
der
Höchste
hat
durch
sein
Göttliche
Weißheit
beschlossen
/
es
soll
ein
H
.
Meß=Opffer
so
vnd
so
vil
gelten
/
so
vnd
so
vil
läßliche
Sünden
außlöschen
/
so
vnd
so
vil
Schulden
bezahlen
/
vnd
nicht
mehr
;
was
aber
eigentlich
für
einen
Preiß
oder
Werth
der
Allmächtige
gesetzt
hat
auff
ein
solches
Heil
.
Opffer
/
ist
dermahl
vns
Menschen
nicht
bekandt
/
wird
auch
in
Göttli
cher
H
.
Schrifft
eigentlich
hiervon
kein
Mel
dung
gethan
/
noch
haben
wir
dessen
durch
eini
ge
Offenbahrung
ein
Wissenschafft
.
Es
last
sich
mehrmahl
jemand
hören
/
wann
ein
vornehmer
Herr
mit
Tod
abgeht
;
wann
ein
reiche
adeliche
Dama
stirbt
/
für
wel
che
etlich
tausend
H
.
Messen
gelesen
werden
/
so
kombt
ja
ein
solche
Seel
bald
auß
ihren
Schulden
in
jener
Welt
/
da
vnderdessen
ein
armer
Tropff
/
der
keine
Mittel
hinderlassen
/
muß
seine
Schulden
so
langsam
vnd
so
theuer
bezahlen
;
Allhier
ist
die
Antwort
/
daß
solcher
Gestalten
wenig
Edelleuth
im
Feegfeuer
wä
ren
/
es
ist
aber
zu
wissen
/
daß
solche
H
.
Messen
vnd
andere
gute
Werck
nicht
allezeit
den
jeni
gen
zukommen
/
für
welche
sie
verricht
werden
/
dann
wann
solche
bey
Lebzeiten
nie
/
oder
gar
selten
der
armen
Seelen
im
Feegfeuer
seynd
ingedenck
gewesen
/
so
nimbt
ihnen
GOtt
gleich
sam
solche
H
.
Werck
vor
dem
Maul
weg
/
vnd
theilt
sie
vnder
andere
bedürfftige
Seelen
auß
/
die
sonsten
aller
Hülff
entblöst
seyn
;
wohl
aber
last
der
gütigste
GOtt
den
jenigen
die
für
sie
verrichte
Suffragia
zukommen
/
so
vorhin
auch
mitleydent
gewest
bey
Lebszeiten
gegen
den
ar
men
verstorbenen
Christglaubigen
.
Non
omnibus
Defunctis
prosunt
Suffragia
infalli
biliter
,
sed
aliquibus
qui
meruerunt
in
hac
vi
ta
,
&
ij
censentur
esse
animæ
eorum
,
qui
in
hac
vita
habuerunt
specialem
devotionem
circa
animas
Purgatorii
.
Ita
Cajet
.
ex
S
.
P
.
August
.
Opus
1
.
c
.
16
.
Q
.
2
.
art
.
1
.
INspira
Domine
Deus
meus
,
inspira
servis
tuis
;
Fratribus
meis
filiis
tuis
,
Dominis
me
is
,
quibus
&
voce
&
corde
&
litteris
servio
,
ut
quot
quot
hæc
legerint
,
meminerint
ad
Al
tare
tuum
Monicæ
famulæ
tuæ
cum
Patritio
quondam
ejus
conjuge
,
per
quorum
carnem
introduxisti
me
in
hanc
vitam
.
S
.
P
.
August
.
lib
.
9
.
Confess
.
c
.
13
.
Verschaffe
mein
HERR
vnd
mein
GOtt
/
(
seufftzte
der
heilige
Vatter
Augu
stinus
/
)
verschaffe
in
deinen
Dienern
/
mei
nen
nen
Brüdern
/
deinen
Kindern
/
meinen
Herrn
/
welchen
ich
mit
Wort
vnd
Schriff
ten
/
mit
Hertz
vnd
Mund
zu
diensten
bin
/
auff
daß
alle
/
die
diß
lesen
werden
/
deiner
Dienerin
Monicæ
/
sambt
ihrem
Ehege
mahl
Patritio
,
durch
welche
ich
dises
zeit
liche
Leben
empfangen
hab
/
bey
dem
Al
tar
gedencken
wollen
.
EJn
EIn
vornehmer
Edelmann
auß
Franckreich
/
wurde
von
dem
Vor
witz
angetriben
/
daß
er
einen
Lust
be
kommen
/
die
neue
Welt
/
von
der
ein
so
grosser
Ruhm
vnd
Ruff
/
zu
sehen
/
zu
welchem
End
er
ein
stattliche
Schiffart
dahin
angestellt
/
deme
auff
alle
Weiß
auch
nach
allem
Widerrathen
/
sein
erwachsene
Schwester
die
Gesellschaft
ge
leist
/
ein
Fräule
von
wunder=schöner
Gestalt
/
vnd
Leibs=Beschaffenheit
;
Nach
andern
be
fand
sich
auch
auff
gedachtem
grossen
Schiff
ein
anderer
sehr
adelicher
Cavalier
/
welcher
nach
vnd
nach
ein
Aug
geworffen
in
deß
Schiff=
Herrn
sein
adeliche
Schwester
/
(
im
Würffel=
Spielen
seynd
vil
Augen
gut
/
vnd
bringen
Glück
/
aber
in
disem
Fall
seynd
die
Augen
mei
stens
schädlich
/
)
sein
Lieb
wachste
so
weit
weit
/
daß
er
auch
ein
Gegen=Lieb
erworben
/
ja
so
gar
ha
F 3
ben
ben
sich
beyde
in
eheliche
Verlöbnuß
einge
lassen
/
doch
ohne
Achthaben
deß
Schiff=
Herrns
/
deme
hiervon
das
Wenigste
vertraut
worden
/
auß
Forcht
/
er
möchte
als
ein
hochtra
bender
Herr
der
Sach
einen
Rigel
schiffen
;
Der
kleine
schleckers
Bub
Cupido
hätt
nicht
gefeuret
/
biß
endlich
auch
bey
glücklicher
Schiff
farth
die
Ehr
zwischen
disen
beyden
gescheittert
/
welches
der
hernach
wachsende
Leib
verrathen
/
worüber
sich
der
Schiff=Herr
nicht
ein
wenig
entrüstet
/
auch
gäntzlich
bey
sich
beschlossen
/
dise
vermessene
That
zu
rechnen
/
vnd
zu
Vermänd
lung
seines
Vorhabens
/
zaigte
er
sich
/
als
wä
re
er
ihrer
Verehligung
nicht
zu
wider
/
biß
er
endlich
bey
einer
kleinen
vnbekandten
Insul
die
Ancker
gesenckt
/
deß
Verlauts
/
als
wolle
er
ei
nen
Rastag
nehmen
/
vnd
zugleich
mit
frischem
Wasser
sich
versehen
/
da
dann
neben
andern
dises
paar
Liebste
auch
außgestigen
/
nachdeme
er
etliche
Sachen
/
als
Pulver
/
Bley
/
Feuerzeug
vnd
einige
Speisen
auff
das
Land
laden
lassen
/
befilcht
er
bey
finsterer
Nacht
in
aller
Still
ab
zuseeglen
/
vnd
das
neue
paar
Ehe=Volck
in
der
Insul
zu
lassen
/
so
auch
werckstellig
gemacht
worden
.
Bey
auffgehender
Morgenröth
sa
hen
sich
dise
zwey
gantz
allein
/
vnd
von
männi
glich
verlassen
;
das
Schreyen
/
das
Bitten
/
Wäinen
war
vmbsonst
/
vnd
alles
Fruchtloß
;
Nach=
Jn
grossem
Elend
war
dise
;
Ein
Elend
/
wo
mehrer
Noth
als
Brod
ist
.
Ein
Elend
/
wo
mehrer
Leyd
als
Freud
ist
.
Ein
Elend
/
wo
mehrer
Frost
als
Trost
ist
.
Da
war
Kammer
vnd
Jammer
ein
Ding
.
Da
war
Ach
vnd
Dach
ein
Ding
.
Da
war
Hausen
vnd
Grau
sen
ein
Ding
;
ist
das
nicht
ein
Elend
?
Alles
dises
Elend
vnd
menschlicher
weiß
grosse
Trangsal
/
ist
gar
nicht
zu
vergleichen
den
selben
/
was
da
in
jener
Welt
leyden
die
im
Feegfeuer
verhaffte
arme
Christ=glaubige
/
al
lein
in
dem
findt
sich
einige
Schattierung
/
daß
sie
gleich
diser
betrübten
Wittib
stäts
vnd
im
merzu
ihre
Augen
werffen
in
disem
bittern
Meer
hin
vnd
her
/
wann
doch
einmahl
ein
Schiff
sich
blicken
liesse
/
so
ihnen
Hülff
leiste
/
vnd
sie
erlöste
;
Aber
zu
wem
haben
dise
trostlose
vnd
verlassne
Geister
ihr
meiste
Hoffnung
;
zweif
fels
ohne
zu
ihrem
nächst
Anverwandten
vnd
Befreundten
/
dann
sie
gar
wol
wissen
/
daß
ein
Brunn
im
Feld
/
ein
Brunn
im
Garten
zwar
alles
Alsman
Als man
einen
Gichtbrüchtigen
zu
vnserm
HErrn
getragen
/
vnd
demüthigst
ersuchet
/
er
wolle
doch
sich
seiner
erbarmen
/
vnd
ihme
die
gewünschte
Gesundheit
ertheilen
/
da
hat
der
gebenedeyte
Heyland
soche
solche
Gnad
auff
kein
Weiß
wollen
abschlagen
/
sondern
ihn
alsobald
gesund
gemacht
/
ihme
aber
anbey
befohlen
/
er
solle
sein
Bett
nehmen
/
vnd
in
sein
Hauß
ge
hen
.
Surge
tolle
lectum
tuum
,
&
vade
in
do
mum
tuam
.
Warumb
aber
der
HErr
JEsus
ihme
gebotten
/
daß
er
sich
solle
nacher
Hauß
den
geraden
Weeg
begeben
/
war
die
Ursach
/
spricht
der
H
.
Joan
.
Chrysostomus
in
cap
.
6
.
Hom
.
30
.
damit
er
den
Leuten
daselbst
andeu
te
die
grosse
Wunderwerck
Christi
/
vnd
damit
sie
ihre
Jrrthumb
verlassen
/
vnd
an
den
wahren
Messiam
glauben
.
Wann
deme
doch
also
/
warumb
den
geraden
Weeg
nach
Hauß
vnd
seiner
Wohnung
/
vnd
warumb
nicht
ander
wärts
hin
?
Die
Ursach
ist
dise
/
weil
er
doch
F 5
hat
Heilig
ist
/
heilsam
ist
/
liebwürdig
ist
/
lob
würdig
ist
/
wann
sich
ein
Christlicher
Mensch
der
armen
Seelen
im
Feegfeuer
annimbt
/
aber
er
soll
vor
allen
anderen
den
jenigen
Hülff
rei
chen
/
die
da
in
seiner
Freundschafft
/
zu
allererst
den
lieben
verstorbenen
Eltern
/
weil
dise
for
derst
ihr
Hoffnung
setzen
auff
die
Hülff
der
hin
derlassenen
Kinder
;
Nach
dem
Exempel
mei
nes
H
.
Vatters
Augustini
/
welcher
jederman
ersuchet
/
vnd
inständig
gebetten
/
sie
wollen
doch
in
ihrem
Gebett
/
vnd
absonderlich
die
Priester
in
ihrem
H
.
Meß=Opffer
seiner
verstorbenen
Mutter
Monicæ
/
vnd
seines
Vatters
Patritij
ingedenck
seyn
.
Es
hoffen
die
liebe
Eltern
auff
ihre
Kin
der
/
daß
sie
werden
nachfolgen
dem
Samson
/
welcher
den
jenigen
Honigfladen
/
so
er
in
dem
Rachen
deß
erwürgten
Löwens
gefunden
/
nicht
Es
hoffen
die
Kinder
auff
ihre
annoch
le
bende
Eltern
/
daß
solche
werden
nachfolgen
nachfolgen
der
Agar
/
welche
auff
kein
Weis
konte
ertra
gen
/
daß
Jsmael
ihr
Sonn
Sohn
solte
vor
Durst
sterben
/
sondern
sie
hat
so
lang
bey
dem
Himmel
suppliciert
/
biß
GOTT
einen
Engel
gesandt
/
der
ihr
ein
klares
Brunn=Quell
ge
wisen
hat
in
der
Wüsten
;
Also
werden
sie
auch
ihnen
verhülfflich
seyn
/
damit
sie
doch
einmahl
gelangen
zu
dem
jenigen
/
welcher
der
Sama
ritanin
gesagt
hat
/
daß
er
seye
der
Brunn
deß
ewigen
Lebens
.
Es
hoffen
die
Geschwistrige
auff
ihre
hin
derlassene
Brüder
vnd
Schwester
/
daß
sie
werden
nachfolgen
der
sorgfältigen
Martha
/
welche
alle
Haußgeschäfften
bey
seyts
gelegt
/
vnd
in
aller
Eyl
(
hat
so
gar
der
Magdalena
nichts
darvon
angedeut
/
)
dem
HErrn
JEsu
entgegen
geloffen
/
vnd
ihren
verstorbenen
Bruder
recommendirt
/
wie
dann
bald
der
Bescheid
ergangen
:
Resurget
frater
tuus
,
dein
Bruder
wird
aufferstehen
;
Also
werden
sie
ebenfalls
ihrer
öfter
gedencken
/
vnd
bey
dem
Göttli=
Es
hoffen
die
verstorbene
Ehemänner
auff
ihre
hinderlassene
Weiber
/
vnd
hinwider
die
Eheweiber
auff
ihre
annoch
im
Leben
verbli
bene
Männer
/
daß
sie
werden
nachfolgen
der
bescheyden
/
vnd
bescheydenen
Abigail
,
wel
che
alle
Mittel
angewendt
/
kein
einigen
Un
kosten
gespart
/
damit
sie
nur
das
Ubel
von
ihrem
ob
schon
groben
Mann
möchte
abwen
den
/
so
ihme
von
David
getrohet
ware
;
Al
so
werden
sie
gleicher
Gestalten
in
allweg
su
chen
/
wie
sie
doch
das
grosse
Elend
/
worinn
sie
allbereits
stecken
/
einmahl
von
ihnen
kön
nen
wenden
.
COnsilio
inito
emerunt
ex
illis
agrum
figu
li
in
Sepulturam
peregrinorum
,
&c
.
In
venit
tandem
mens
cæca
remedium
.
S
.
P
.
Au
gust
.
Serm
.
121
.
De
Tempo
.
Sie
funden
aber
einen
Rath
/
(
ver
stehe
die
Juden
wegen
deß
Gelds
/
mit
dem
der
Heyland
verkaufft
worden
/
)
vnd
kauff
ten
darumb
eines
Haffners=Acker
/
zur
Be
gräbnuß
der
Frembden
/
rc.
Matth
.
28
.
Dißfalls
haben
die
verblendte
Gesellen
gleichwohl
noch
etwas
gefunden
/
(
spricht
der
DEr
erste
Willkomm
/
welchen
der
Engel
den
dreyen
andächtigen
Frauen
hat
geben
/
als
sie
mit
kostbahren
Sal
ben
das
Grab
deß
HErrn
besuchten
/
war
diser
:
Nolite
timere
,
förchtet
euch
nicht
/
rc.
Matt
.
28
.
Allen
den
jenigen
/
so
die
Gräber
der
verstorbe
nen
Christglaubigen
verehren
/
vnd
der
Todten
sich
annehmen
/
sey
es
für
einmahl
vnd
alle
mahl
auch
gesagt
/
nolite
timere
,
förchtet
euch
nicht
/
massen
euch
nichts
Ubels
kan
widerfah
ren
/
dann
gleichwie
in
dem
Würffeln
vil
schwartz
werffen
/
ein
sonders
Glück
ist
/
also
hat
nicht
weniger
Glück
auff
der
Welt
/
(
mas
sen
von
der
ewigen
Belohnung
vorhin
schon
Meldung
geschehen
/
)
zu
hoffen
vnd
zu
gewar
ten
/
derselbige
/
deme
die
schwartze
Farb
bey
fallt
verstehe
hierdurch
die
Todte
.
Dann
durch
die
Todte
schon
mehrmahl
den
Lebendi
gen
grosse
Hülff
geleist
worden
.
Die
Hohepriester
der
Juden
/
seynd
so
wohl
ja
mehrer
als
der
Iscarioth
Ursach
ge
west
/
an
dem
bittern
Tod
deß
HErrn
JEsu
/
dann
kein
Tag
ware
/
da
sie
nicht
den
Under
gang
diser
Göttlichen
Sonnen
suchten
;
Kein
Nacht
Gar
gewiß
hätt
sie
sonsten
der
Teuffel
lebendig
hingeführt
/
oder
Donner
in
Aschen
gelegt /
Es
wird
geschriben
von
einer
armen
Wit
tib
zu
Genua
,
wie
daß
selbige
ihren
gar
vnge
rathenen
Sohn
von
der
Galee
erledigen
wol
te
/
hierzu
aber
ein
Summa
von
300
.
Thaler
erfordert
wurde
/
so
vil
aber
in
ihrem
gantzen
Vermögen
nicht
zu
finden
/
ist
demnach
von
der
Noth
gezwungen
worden
/
das
Geld
zu
betteln
/
vnd
bey
wohlhabenden
Leuthen
nach
vnd
nach
zu
suchen
.
Einsmahl
trifft
sie
einen
Priester
an
/
mit
einem
sehr
saubern
Auffzug
/
von
deme
sie
gar
demüthig
ein
Beysteur
gebetten
/
der
aber
gar
mitleydent
geantwortet
/
daß
er
selber
Noth
leyde
/
vnd
wisse
nicht
/
wo
er
etwan
heunt
das
Mittagmahl
werde
einnehmen
/
dann
er
schon
lang
in
der
Kirchen
gewart
/
der
Hoffnung
es
möchte
jemand
ein
heilige
Meß
bestellen
/
seye
aber
all
sein
Hoffnung
leer
abgeloffen
/
vnd
folgsam
ihme
nicht
so
vil
baare
Mittel
/
womit
er
sich
könne
erhalten
;
die
arme
Haut
erbarmet
sich
seiner
/
vnd
gibt
ihme
ein
Geld
/
dessen
sie
weit
Die
arme
Seelen
in
dem
Feegfeuer
lassen
niemahl
vnvergolten
die
Gutthaten
/
so
ihnen
erwisen
werden
;
die
Danckbarkeit
ist
bey
ih
nen
weit
besser
vnd
beständiger
/
als
bey
vns
wanckelmüthigen
Adams=Kindern
.
Die
lie
be
Schutz=Engel
kommen
mehrmahlen
zu
ih
nen
hinunder
/
vnd
berichten
sie
vmbständig
/
was
vnd
wer
ihnen
etwas
Guts
thue
/
ja
sie
nehmen
solches
auch
meistens
wahr
/
bey
Linde
rung
vnd
Minderung
ihrer
Pein
/
daß
jemand
für
sie
bette
/
vnd
einige
Hülff
leiste
/
worüber
sie
die
Händ
mit
tausend
Danck
zusammen
schlagen
/
vnd
versprechen
/
solche
Wolthat
nim
mehr
zu
vergessen
/
wann
dann
die
Schutzengel
ihnen
offenbahren
/
es
seye
diser
/
es
sey
dise
/
von
denen
solches
H
.
Meßopffer
/
vnd
andere
gute
Wercke
übermacht
worden
/
so
dann
lassen
sie
nit
nach
immer
vnd
immer
zu
GOtt
zu
ruffen
/
vnd
schreyen
vmb
Wohlfahrt
ihrer
Gutthä
ter
/
ja
durch
Zulassung
GOttes
vnd
sonderer
Mitwür=
Die
Allerdurchleuchtigste
vnd
Tugend
sambste
Käyserin
Maria
/
Ferdinandi
deß
III
.
werthiste
Gemahlin
/
hat
die
arme
Seelen
im
Feegfeuer
meistens
auff
ihrer
Seiten
gehabt
/
vnd
in
allen
Nöthen
ihre
Zuflucht
zu
denselben
genommen
/
massen
dise
so
wohl
als
die
Heili
gen
in
dem
Himmel
in
der
Göttlichen
Gnad
bestättiget
/
vnd
folgsamb
auch
fähig
seynd
für
andere
/
nicht
aber
für
sich
selbsten
zu
betten
;
Besagte
Allerdurchleuchtigste
Frau
/
war
auff
ein
Zeit
mit
ihrem
Herrn
Gemahl
dem
Käy
ser
zu
Regenspurg
/
vnd
befanden
sich
beyde
Majestäten
dazumahl
mit
Feinden
vmbgeben
/
ja
die
grosse
Kälte
war
zu
ihrem
gewünschten
Vorthel
/
massen
die
Donau
also
überfrohren
/
daß
sie
dem
Feind
zu
einer
Brucken
gedient
/
wie
dann
solcher
allbereits
in
dem
Anmarsch
begriffen
/
da
solches
die
andächtigste
Käyserin
wahrgenommen
/
hat
sie
alsobald
ihr
Zuflucht
geschöpfft
zu
den
armen
Seelen
im
Feegfeuer
/
G 2
ihnen
Ein
brüllender
Löw
/
hat
den
Propheten
von
Juda
auff
dem
Weeg
zerrissen
/
durch
son
dere
Verhängnuß
GOttes
/
massen
er
in
et
was
vngehorsamb
war
/
als
solches
einem
an
dern
Propheten
/
der
sonst
nicht
gar
zu
heilig
/
kundbar
worden
/
machte
er
sich
alsobald
auff
/
raiste
von
Bettel
hinweg
/
vnd
findt
den
todten
Leichnamb
deß
Propheten
auff
der
Strassen
/
neben
ihm
aber
auch
den
Löwen
stehen
/
mit
feurigen
Augen
/
vnd
blutigen
Rachen
/
vner
acht
alles
diß
/
gehet
er
hin
/
nimbt
den
todten
Leib
mit
sich
/
vnd
begrabt
ihn
ehrlich
.
Aber
wie
hat
sich
doch
diser
getraut
/
in
einer
so
gros
sen
vnd
augenscheinlichen
Gefahr
zu
begeben
?
Tostatus
antwortet
:
Der
gute
Mann
habe
ihme
gäntzlich
eingeblildet
eingebildet
/
daß
/
wann
er
dem
Todten
ein
Lieb
werde
erweisen
/
er
kein
Un
glück
glück
zu
förchten
habe
/
in
lib
.
Reg
.
13
.
So
bringt
dann
schwartze
Farb
Glück
/
vnd
helffen
die
Todten
den
Lebendigen
.
3
.
Reg
.
13
.
Anno
1650
.
hat
ein
vornehmer
Buch
drucker
zu
Cölln
/
in
seinem
Hauß
bettligerig
/
vnd
zwar
in
augenscheinlicher
Todts=Gefahr
seine
liebe
Ehefrau
/
wie
auch
sein
kleinen
Sohn
/
wuste
also
nicht
/
wohin
er
sich
in
solcher
Trangsaal
solte
wenden
/
begibt
sich
demnach
in
die
Kirchen
/
vnd
fallen
ihme
die
arme
See
len
im
Feegfeuer
ein
/
verspricht
derohalben
/
daß
er
den
armen
Seelen
zu
Nutz
vnd
Trost
/
ein
Büchel
von
dem
Feegfeuer
auff
ein
neues
widerumb
wolle
under
die
Preß
nehmen
/
vnd
dessen
100
.
Exemplaria
für
den
kleinen
kran
cken
Sohn
/
200
.
aber
für
sein
krancke
Frau
vmbsonst
vnder
die
arme
Geistlichen
außthei
len
;
Die
Sach
ist
ihm
also
wohl
angangen
/
daß
gleich
beyde
von
freyen
stucken
seyn
besser
worden
/
vnd
in
wenig
Tagen
frisch
vnd
gesund
.
Dergleichen
Geschichten
seynd
nicht
al
lein
in
vilen
Büchern
zu
finden
/
sondern
es
gibts
die
tägliche
Erfahrenheit
/
was
Hülff
ei
ner
zu
hoffen
habe
von
den
armen
Seelen
im
Feegfeuer
/
wann
man
ihnen
hilfft
.
Probire
es
nur
jemand
/
vnd
laß
ihme
die
abgestorbene
Christ=glaubige
befohlen
seyn
/
so
wir
er
hand
greifflich
spühren
/
daß
mehrer
Seegen
im
Hauß /
Requiescant ergo in Pace .
So
gebe
ihnen
dann
GOTT
die
Ewige
Ruhe
.
AMEN .